Archive for the ‘2-Geocaching’ Category

Von „Platzhaltercaches“ & Gebietsreservierungen

Sonntag, 2006-Dezember-3

Vor ein paar Jahren wäre das noch gar kein Thema gewesen, oder nur im Ausnahmefall. Heutzutage kann man aber immer wieder die Frage lesen, ob es möglich ist, ein bestimmtes Gebiet für seinen Cache zu reservieren, damit einem auch ja keiner in die Quere kommt und einen Cache just da auslegt, wo man ihn selber geplant hat. Zum Beispiel (dort mit weiteren Verweisen zu ähnlichen Threads):

Blaues Forum
Cache-Koordinaten reservieren lassen …, …. ist das möglich?

Grünes Forum
Gebiet für Cache vorreservieren??? Geht sowas?

Gelegentlich wird über den Geoclub versucht, Gebietsabsprachen zu treffen. Sogar von so genannten „Platzhaltercaches“ war schon die Rede (das wäre mein Favorit für das Geocaching-Unwort des Jahres…) – man legt einen (lieblos und schnell gemachten) Tradi an eine Stelle, die man hinterher anderweitig vercachen will; nur, damit kein anderer einen Cache an dieser Stelle auslegen kann. Will man ein entsprechend großes Gebiet vercachen, benötigt man womöglich nicht nur einen, sondern gleich mehrere solcher „Caches“, um zu verhindern, dass andere Caches dem eigenen geplanten zu nahe kommen (Stichwort: Mindestabstand). Ich muss wohl nicht extra betonen, dass ich solche Caches, die nun wirklich für gar nichts gut sind (und vielleicht auch anderen Cachern schaden?), für absolut verwerflich halte. Ich halte nichts von Caches, die aus Sekundärmotiven heraus ausgelegt werden.
Nebenbei bemerkt: Groundspeak hat einen Passus in den Regeln stehen (Cache permanence), dass davon ausgegangen wird, dass Caches für mindestens drei Monate (besser länger) verfügbar sind. Ansonsten sind sie nicht zulässig. Aber es gibt ja auch Cacher, die wollen Reservierungen über einen längeren Zeitraum und meinen, dass sie anderen Cachern mit einem neuen Cache (dem eigentlichen, der den Platzhalter später ersetzt) etwas Gutes tun, indem sie eine erneute Logmöglichkeit an bekannter Stelle schaffen.

(more…)

Advertisements

Was man außer Caches noch finden kann…

Montag, 2006-Oktober-2

Eigentlich ist das Heben eines Caches Nebensache (zumindest in der Theorie), denn man soll ja bei der Schatzsuche an besonders sehenswerte Orte gelockt werden. Oft findet man aber nicht nur einen Cache, sondern entdeckt noch viele andere Dinge, schöne, kuriose, aber natürlich auch Schrott…

Unlängst berichteten die Cache-Test-Dummies in Person von Thomas über einen englischen Geocacher, der anstelle eines Caches auf ein Drogenversteck stieß. (Erfreulich: die Polizei war über Geocaching im Bilde, was dem betroffenen Geocacher sicherlich ein unangenehmes Frage-Antwort-Spiel ersparte.)

Das erinnerte mich an einen umfangreichen Forenthread mit dem Titel „Beifänge“ (siehe blaues Forum), in dem Geocacher mal zusammengetragen haben, auf was sie schon alles beim Cachen gestoßen sind. Da wird zum Beispiel berichtet von einem defekten Fernseher, einem C64, Fahrzeugteilen, Diebesbeute, einem herzförmigen Stein oder auch den Überresten einer Greifvogel-Mahlzeit, mit der ein Cache zielsicher „bombardiert“ worden war. :mrgreen:
Ein Cacher schreibt, wie er zeitweise unter Mordverdacht geriet. 😯

Was meine eigenen „Beifänge“ angeht, fällt mir spontan ein ganz Sack voll verrotteter Speisekarten eines China-Restaurants ein, den ich ca. 1,5 Jahre nach seiner Entdeckung im Rahmen des ersten CITO-Events in Münster aus dem Wald geschleppt habe… Oder bei einem FTF ein Zange, die der Cache-Owner liegen gelassen hatte (habe sie aber nicht mitgenommen). Oder auch die (erfolgreiche) Suche nach meinem Handy oder nach einer meiner Taschenlampen.
Und bei einem Cache, den ich (nach FTF) auf der Watchlist hatte, stieß ein Rudel auf einen Dildo…

Kurz: Seid beim Cachen einfach auf wirklich ALLES gefasst! 😉

„Geocaching“: Wie spricht man es aus?

Freitag, 2006-September-29

Aussprache Geocaching Diese Frage hätte hier vielleicht schon früher behandelt werden sollen, denn immer wieder herrscht Unsicherheit in Bezug auf die Aussprache unseres Hobbys. Schon mehrfach habe ich die Frage in Foren gesehen (z. B. im Geoclub), sie wurde mir aber auch schon persönlich gestellt: Heißt es „kasch“ oder „käsch“? Es soll auch Leute geben, die „kaschee“ oder „kejsch“ sagen, oder auch von „geo-kätsching“ (genau, Schlammcatchen!) oder „geo-kejdsching“ (the cage = „der Käfig“) sprechen. Aus geo- wird dann auch schon mal „tschio“ anstatt „dschio“. Also, wie ist es denn nun mit der Aussprache?

Leider ist Geocaching noch nicht so bekannt, dass der Begriff schon in Online-Wörterbüchern wie dict.leo.org auftaucht, daher müssen wir ihn uns in Teilen vornehmen. Zunächst mal unterscheiden wir, ob wir Geocaching englisch („dschiokäsching“) oder deutsch („geokäsching“) aussprechen wollen. Beides ist legitim, aber hierzulande können wir das Wort durchaus eingedeutscht verwenden, dann wird aus dem „dschio“ eben ganz einfach „geo“. Aber der hintere Teil?

Cache wird genauso ausgesprochen wie cash. Hier ein Beispiel aus dem Merriam-Webster Online Dictionary für Cache: [wav]-Datei.
HHL bietet im Geoclub eine (offenbar zusammengebastelte) Datei mit der US-Aussprache von geocacher an: [aiff]-Datei. Dort werden auch die Videos von Icenrye für die richtige Aussprache empfohlen.
Die Aussprache des Vokals (irgendwo zwischen „a“ und „ä“) ist wie zum Beispiel in cat, er kommt in der Form im Deutschen nicht vor – aber wenn wir den Begriff schon eindeutschen, darf man diese Feinheiten vielleicht vernachlässigen und „geokäsching“ sagen…

Und wird der gemeine Muggle eigentlich „maggel“ ausgesprochen…? Die deutschen Geocacher bevorzugen jedenfalls „muggel“.

+++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++

Und wo wir gerade beim Sprachlichen sind – kurze Englisch-Wiederholungslektion: Es heißt „finds“, nicht „founds“ (*würg*). found bedeutet nicht „der Fund“, sondern „gefunden“.

Das Substantiv/Nomen:
Deutsch: ein Fund, zwei Funde
Englisch: one find, two finds

Stammformen des Verbs:
Deutsch: finden, fand, gefunden
Englisch: to find, found, found

He found the cache. („Er fand den Cache.“)
He has found the cache. („Er hat den Cache gefunden.“)
two found caches („zwei gefundene Caches“)

Es gibt im Englischen aber auch das Verb to found („gründen“).
He founds/founded a new company. („Er gründet/-e eine neue Firma.“)

+++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++

Noch mehr sprachliche Unsicherheiten gibt es, wie schon mal erwähnt, in Bezug auf das Genus, also das grammatische Geschlecht, bei „der (Geo-)Coin“ oder „die (Geo-)coin“…

Die Bedeutung von Statistiken relativiert

Montag, 2006-September-25

Geocaching-Statistiken, vor allem in Bezug auf die Fundzahlen, sind interessant, Zahlen und Rankings können Spaß machen, doch die scheinbar objektive Vergleichbarkeit, die sie suggerieren, ist beim Geocaching viel weniger gegeben als bei anderen Sportarten – weswegen man sie auch nicht zu ernst nehmen sollte. Das liegt natürlich daran, dass Geocaching nicht sehr stark reglementiert ist und vieles im Ermessen des Einzelnen liegt, aber es gibt auch noch andere Gründe.

Fundzahlen sind zum einen sehr stark abhängig vom Angebot an Caches, der Cachedichte; ebenso von der Mobilität/Reichweite (Kfz vs. Fahrrad-/ÖPNV-Cacher) und der für das Cachen nutzbaren Zeit des Einzelnen, aber auch von dessen Verhalten.
Ergo: Eine bestimmte Fundzahl eines Geocachers ist wenig dazu angetan, seinen Aufwand oder seine Erfahrung zu messen und noch viel weniger, um eine Vergleichbarkeit mit einem anderen Geocacher herzustellen.

Wer in einer Region mit vielen Caches wohnt, kommt leichter und schneller auf hohe Fundzahlen als jemand, der in einer Region mit wenigen Caches wohnt und daher weitere Wege hat. Wer letztes Jahr 500 Funde in einer bestimmten Region hatte, musste dafür wahrscheinlich deutlich mehr leisten als jemand, der diese Zahl in diesem Jahr erreicht, wenn die Cachedichte deutlich höher ist. Wer ein Kfz zur Verfügung hat, kann viel schneller eine Cachelocation erreichen als jemand, der (auch zeitlich) vom ÖPNV abhängig ist.
Die einen ziehen stets zu mehreren im Team los und haben daher eine potentiell höhere Erfolgsquote; sie finden Caches in der Regel schneller als ein einzelner und haben somit wiederum mehr Zeit, um weitere Caches anzugehen. (Es gibt sogar Teams, die sich aufteilen und an verschiedenen Orten parallel für einen Account Punkte sammeln.)
Eine Rolle spielt auch, welche Caches man präferiert und welche Ziele man verfolgt: wer bevorzugt einfache, kurze Caches ansteuert, kann schnell auf hohe Fundzahlen kommen; andere machen lieber längere Wandercaches oder verbringen viel Zeit mit dem Lösen kniffliger Rätsel, bevor die Dose zur Verifizierung der Lösung gesucht wird. Derselbe Zeitaufwand bedeutet als nicht eine vergleichbare Anzahl von Funden.
Hinzu kommen unterschiedliche Haltungen beim Loggen. Manche Geocacher finden nichts dabei, bei ihren eigenen Events „attended“ zu loggen. Andere sehen „Couch potatoes“ nicht als richtige Caches an und loggen keinen Fund, sondern nur eine Note, wenn sie die Lösung ermittelt haben, oder sie ignorieren solche Caches komplett. Manche Cacher loggen Funde, obwohl sie einen Cache eigentlich nicht gefunden haben und das Logbuch nicht abzeichnen konnten. Ferner gibt es Geocacher, die gerne etwas ausführlichere Logs schreiben oder sich umfassend in Foren informieren und engagieren; andere sparen dort Zeit ein, die sie für weitere Suchen nutzen können. 😉

Ich persönlich sehe mich als „Intensivcacher“. Ich habe auch schon lange Radtouren unternommen, auf denen ich nur wenige Caches angehen konnte (im Extremfall knapp 80 km für nur einen reverse cache). Manch anderer hätte da wohl gesagt, dass der Aufwand nicht lohnt. Insofern bin ich auch stolz auf meine ca. 554 Funde in über 2,5 Jahren, auch wenn es andere gibt, die 1000 Funde (oder mehr) in einem Jahr zusammen bekommen…

Man sieht also: bei all diesen verschiedenen Aspekten (Unterschiede in Bezug auf Cachedichte, Mobilität, Such- und Logverhalten) ist die Aussagekraft einer Fundzahlenstatistik sehr begrenzt.

Plastiktüten und andere Ekelfaktoren

Freitag, 2006-September-8

Geocaching hat nicht nur schöne, sondern leider gelegentlich auch seine ekligen Seiten. Wohl die meisten Geocacher haben schon einmal ehemals schöne Locations stark vermüllt vorgefunden, und so manches Fleckchen, wo sich unauffällig ein Cache verstecken ließ, hat sich ob seiner Abgeschiedenheit als Freiluftklo entpuppt. Mit einer sorgfältigen Wahl der Location kann man vorbeugen, ansonsten hilft nur, vor Ort aufzuräumen (Stichwort: CITO-Event) oder den Cache zu verlegen.

Ein Ekelfaktor beim Cachen ist allerdings hausgemacht: Plastiktüten, die als Schutz und/oder Tarnung dienen sollen. Was bewirken sie tatsächlich, was sind ihre Vor- und Nachteile?
Plastiktütenbefürworter glauben, dass ein Cache durch den Einsatz von Tüten zum einen besser geschützt vor Umwelteinflüssen und zum anderen besser getarnt ist. Plastiktütengegner, zu denen ich mich, wie schon an der einen oder anderen Stelle angedeutet, auch zähle, glauben, dass ein Cache durch den Einsatz von Tüten weder besser geschützt noch besser getarnt ist, sondern im Gegenteil gefährdeter: sie saufen leichter ab bzw. werden feucht, da Wasser aus den Tüten nicht abfließen kann; zumal oft nicht nur eine, sondern gleich zwei oder mehr Tüten eingesetzt werden. Zudem sind die Tüten häufig auffällig, so dass Caches leichter gefunden werden können – auch von Muggels, welche gar nicht erst in die siffigen Umhüllungen hineinschauen und den ekligen Fund sofort entsorgen.

Wenn man sie danach befragt, ob sie Plastiktüten um einen Cache befürworten, würde wohl inzwischen die Mehrheit der Geocacher mit Ablehnung reagieren. Trotzdem findet man immer noch einen Großteil der Caches in Tüten eingewickelt. Es gibt sogar einen Cache, der auf die Problematik aufmerksam machen soll: der Tüten-Cache von Vascodagama. Und ich habe auch schon eine Cachebeschreibung gesehen, in der mit dieser Grafik für einen tütenfreien Cache geworben wurde.
Im Ruhrgebiet haben sich alternativ Lappen aus zerschnittener Bundeswehrkleidung oder Zeltplane stark verbreitet. Dort ist man offenbar der Ansicht, die ollen, feuchthaltenden Plastikteile überwunden zu haben, übersieht dabei aber, dass der Tarnstoff auch kaum besser ist. Zwar kann dabei das Wasser abfließen, dafür saugt sich aber der Stoff mit Flüssigkeit voll und hält so auch die Feuchtigkeit und den Dreck am Cache. Für einen Finder ist so ein Stofffetzen genauso eklig wie eine Tüte. Ironischerweise findet man die Tarnlappen häufig um Ammokisten, die schon von Haus aus gut genug getarnt sind.
Nach meiner Erfahrung ist es in der Regel noch am besten, einen Cache ohne Umwicklung in seinem Versteck zu lassen. Er wird dann außen zwar auch schmutzig (selbst das können Plastiktüten auf Dauer nicht verhindern), bleibt aber dafür dauerhaft trocken, und im Trockenzustand lässt sich der Schmutz außen leicht entfernen.

» weiterlesen »