Zerstörte, verschwundene, „gemuggelte“ Caches

mensa2 fragt im grünen Forum, ob man schon mal live miterlebt hat, wie ein Cache gemuggelt wurde. Ich noch nicht, hoffe auch, dass ich es nicht erleben werde, aber das Thema möchte ich gern aufgreifen.
Gemuggelte Caches sind ärgerlich. Sowohl für die Sucher, die nichts oder nur einen Cache im schlechten Zustand finden (doppelt ärgerlich nach längerer Anreise, manchmal steht man auch vor der Ermessensfrage, ob man Fund oder Nichtfund loggen soll), als auch für den Besitzer, der nun den Reparaturaufwand hat und sich fragen muss, ob er etwas falsch gemacht hat.

Es gibt verschiedene Ursachen, die in Frage kommen können, wenn ein Cache verschwunden oder zerstört ist (hatte ich ja schon mal in Verbindung mit den Suchstrategien angedeutet):

  • Tiere,
  • Umwelteinflüsse,
  • spielende Kinder,
  • erzürnte Muggels, die den Cache für Müll gehalten haben,
  • Muggels mit Zerstörungswut,
  • sabotierende Geocacher?

Es ist schwer zu sagen, welche Fälle am häufigsten vorkommen. Der zuletzt genannte hoffentlich am wenigsten häufig.

Sind zerstörte Caches normal? Passiert das früher oder später jedem Cache? Das kann man so nicht sagen, schließlich gibt es so abgelegene und gut versteckte Caches, die nur von Geocachern erreicht werden und daher durch Muggels nicht gefährdet sind. Die sind aber eher die Ausnahme als die Regel und werden mit eher hohen Werten für D und T eingestuft sein. (Hohe D- und T-Wertungen bedeuten aber nicht zwangsläufig einen besseren Schutz vor Muggels.) Damit rechnen, dass ein Cache, aus welchen Gründen auch immer, wegkommt, muss man aber eigentlich in jedem Fall. Was man sagen kann, ist, dass früher oder später jeder Cache mal Wartung nötig hat, und sei es nur, dass das Logbuch getauscht werden muss. Man darf es aber durchaus als Qualitätsmerkmal eines Caches werten, wenn es einem Geocacher gelungen ist, ihn so zu verstecken, dass er lange erhalten bleibt, ohne von Tieren, Umwelteinflüssen oder Muggels zerstört worden zu sein.

Bei der heutigen Vielzahl an Geocaches nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass Muggels in Kontakt mit Caches kommen, natürlich zu. In dem Maße, wie zur Verfügung stehende Locations knapper werden, ist ein auslegender Geocacher vermutlich auch eher bereit, riskantere Verstecke zu probieren.
Wenn man einen Cache plant und auslegt, sollte man dabei in jedem Fall berücksichtigen, wie sicher ein Versteck ist. Wie schon im Zusammenhang mit Cachekontrollen beschrieben:

Beim Auslegen und bei der Auswahl der Locations und Verstecke entscheidet sich schon, wie anfällig und pflegeintensiv ein Cache ist, und dementsprechend mehr oder weniger häufig muss man eine Kontrollrunde einlegen. Trotzdem ist es legitim, erstmal zu probieren, ob sich etwas bewährt. Mit wachsender Erfahrung kann man das besser einschätzen, jedoch wird man immer wieder feststellen, dass sich manche Verstecke besser und andere schlechter als erwartet bewähren.

Das Ziel sollte schon sein, dass der Cache lange erhalten bleibt und ihn möglichst nur Geocacher finden. Natürlich kann man positiv wie negativ überrascht werden, dass auch gewagte Verstecke gut funktionieren und der Cache lange liegen bleibt oder dass ein Cache trotz guten Verstecks gemuggelt wird.

Gegen die oben genannten Ursachen für verschwundene oder zerstörte Caches kann man sich zu wappnen versuchen, damit man nicht erst durch leidvolle Erfahrung dazu lernen muss.
Wichtigste Maßnahme gegen Tiere ist natürlich, dass der Cache in keiner Weise auffällig riecht. Darum sind Lebensmittel im Cache absolut tabu. (Mal ehrlich, als Tauschgegenstände taugen die eh nicht, es sind nur Austauschgegenstände, die im nächsten Mülleimer landen – ist das dann dort up- oder downtrading?)
In Bezug auf Witterungseinflüsse ist zu nennen, dass ein Cache nicht unbedingt in Bodennähe am besten liegt; auch sollte man sich überlegen, inwiefern z. B. Wind und Regen zu einem Problem werden können. (Läuft das Versteck von oben voll mit Wasser? Rinnt Wasser am Baumstamm entlang ins Versteck? Ich habe schon Caches gesehen, die regelrecht in einem Pool oder unter einer Dusche lagen.)
Gegen Zufallsfinder hilft, den Cache außen deutlich zu kennenzeichnen, damit man sieht: das Ding gehört hier hin, es ist kein Müll, entfernen nicht erwünscht. Innen sollte der Hinweis für Zufallsfinder darüber Aufschluss geben, welchen Zweck der Behälter hat. Man liest ja auch immer wieder mal von Muggels, die sich ordentlich in ein Logbuch eingetragen haben. (Bei der Rubbermaid-Dose für meinen Nachtcache habe ich den laminierten zweisprachigen Hinweiszettel innen auf den durchsichtigen Deckel geklebt, so dass er von beiden Seiten gelesen werden kann.) Diesbezüglich sind auch Plastiktüten als kontraproduktiv einzuschätzen. Was in mehrere Tüten verpackt ist, wird mit Sicherheit schneller weggeschmissen ohne vorher kontrolliert worden zu sein als ein Behälter, der auf den ersten Blick vermittelt, dass er hier nicht zufällig liegt. Ein Grund mehr, auf die ollen Tüten, die den Cache sowieso häufig in einem ekligen Feuchtklima halten, zu verzichten.
Diese Methoden schließen natürlich nicht aus, dass ein Cache wegkommt. Gegen Zerstörungswut und Sabotage kann man nunmal nix machen.

Letztlich geht probieren über studieren. Wenn der eigene Cache verschwindet, sollte man sich fragen, woran es gelegen hat, dann kann man die Erkenntnisse nutzen, um den nächsten Cache besser zu verstecken. Manchmal hat man einfach Pech gehabt, ohne groß etwas falsch gemacht zu haben.
Verschwindet ein Cache, sollte man nicht sofort die Location aufgeben. Es kann sein, dass sich die Neuauflage an gleicher Stelle durchaus bewährt. Ein Anhaltspunkt bietet auch, wie lange der Cache bereits vor seinem Verschwinden an der Location ausgeharrt hat. Verschwindet ein Cache wiederholt, zum Beispiel weil das Versteck einer Aufsichtsperson bekannt ist, ist es Zeit für eine Verlegung oder notfalls Archivierung, wenn keine brauchbare Ausweichmöglichkeit gegeben ist. Hat ein Cache monatelang sicher an einer Locatuion gelegen, lohnt eine Reparatur bzw. Wiederbelebung. Erfordert ein Cache alle paar Wochen ein Eingreifen, sollte man wohl etwas ändern…

Wichtig: bitte zeitnah reagieren bei Problemen! (Siehe dazu auch den Artikel zum Thema Cachekontrolle/-Wartung.)

Eine Antwort to “Zerstörte, verschwundene, „gemuggelte“ Caches”

  1. Cachequalität: Was ist zu beachten beim Verstecken? « West468s Geocaching-Weblog Says:

    […] Das Versteck, der Cache Wenn schon die Gegend nicht mit etwas Besonderem aufwarten kann, so kann der Cache immer noch mit einem raffinierten Versteck punkten. Beachte: – Das Versteck sollte möglichst muggelsicher sein und den Cache vor allen Witterungseinflüssen schützen. […]

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