Archive for September 2006

„Geocaching“: Wie spricht man es aus?

Freitag, 2006-September-29

Aussprache Geocaching Diese Frage hätte hier vielleicht schon früher behandelt werden sollen, denn immer wieder herrscht Unsicherheit in Bezug auf die Aussprache unseres Hobbys. Schon mehrfach habe ich die Frage in Foren gesehen (z. B. im Geoclub), sie wurde mir aber auch schon persönlich gestellt: Heißt es „kasch“ oder „käsch“? Es soll auch Leute geben, die „kaschee“ oder „kejsch“ sagen, oder auch von „geo-kätsching“ (genau, Schlammcatchen!) oder „geo-kejdsching“ (the cage = „der Käfig“) sprechen. Aus geo- wird dann auch schon mal „tschio“ anstatt „dschio“. Also, wie ist es denn nun mit der Aussprache?

Leider ist Geocaching noch nicht so bekannt, dass der Begriff schon in Online-Wörterbüchern wie dict.leo.org auftaucht, daher müssen wir ihn uns in Teilen vornehmen. Zunächst mal unterscheiden wir, ob wir Geocaching englisch („dschiokäsching“) oder deutsch („geokäsching“) aussprechen wollen. Beides ist legitim, aber hierzulande können wir das Wort durchaus eingedeutscht verwenden, dann wird aus dem „dschio“ eben ganz einfach „geo“. Aber der hintere Teil?

Cache wird genauso ausgesprochen wie cash. Hier ein Beispiel aus dem Merriam-Webster Online Dictionary für Cache: [wav]-Datei.
HHL bietet im Geoclub eine (offenbar zusammengebastelte) Datei mit der US-Aussprache von geocacher an: [aiff]-Datei. Dort werden auch die Videos von Icenrye für die richtige Aussprache empfohlen.
Die Aussprache des Vokals (irgendwo zwischen „a“ und „ä“) ist wie zum Beispiel in cat, er kommt in der Form im Deutschen nicht vor – aber wenn wir den Begriff schon eindeutschen, darf man diese Feinheiten vielleicht vernachlässigen und „geokäsching“ sagen…

Und wird der gemeine Muggle eigentlich „maggel“ ausgesprochen…? Die deutschen Geocacher bevorzugen jedenfalls „muggel“.

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Und wo wir gerade beim Sprachlichen sind – kurze Englisch-Wiederholungslektion: Es heißt „finds“, nicht „founds“ (*würg*). found bedeutet nicht „der Fund“, sondern „gefunden“.

Das Substantiv/Nomen:
Deutsch: ein Fund, zwei Funde
Englisch: one find, two finds

Stammformen des Verbs:
Deutsch: finden, fand, gefunden
Englisch: to find, found, found

He found the cache. („Er fand den Cache.“)
He has found the cache. („Er hat den Cache gefunden.“)
two found caches („zwei gefundene Caches“)

Es gibt im Englischen aber auch das Verb to found („gründen“).
He founds/founded a new company. („Er gründet/-e eine neue Firma.“)

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Noch mehr sprachliche Unsicherheiten gibt es, wie schon mal erwähnt, in Bezug auf das Genus, also das grammatische Geschlecht, bei „der (Geo-)Coin“ oder „die (Geo-)coin“…

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OC: Couch-Potato-Cacheschwemme

Donnerstag, 2006-September-28

Zugegeben, „Couch potatoes“ waren eine recht interessante Entwicklung in der Frühphase des Geocachings, aber ehrlich gesagt war ich doch froh, dass diese irgendwann bei GC gestoppt wurde. Geocaching ist schließlich im Wesentlichen Schatzsuche im Freien und nicht ausschließlich Aufgabenbewältigung vor dem Computer (es ist doch gerade toll, dass manch ein Computerfreak dank Geocaching wieder nach draußen kommt).
Besonders unschön finde ich, wenn die so genannten Couch-Potato-Caches nicht mal mehr den kleinsten Bezug zu Navigationsproblemen haben. ‚Beantworte 5 zu ergoogelnde Fragen richtig, dann darfst Du einen Fund loggen.‘ – Nein, das hat mit Geocaching nichts mehr zu tun. Das sind keine Caches. Auf diese Weise Punkte zu sammeln, das macht eigentlich keinen Spaß und verfälscht nur die Statistik. Klar kann man solche Caches ignorieren. Muss man aber auch nicht.

Wer unbedingt einen Couch-Potato-Cache „verstecken“ will, kann das immer noch auf NC und OC tun. Bei NC muss so ein Cache zwar erst durch einen Begutachtungsprozess, aber ein Approver wird die Annahme dort normalerweise nicht verweigern. Bei OC gibt es bislang keine Reviewer, so dass jeder Geocacher solche Caches ungehemmt einstellen kann.
Nun, wie bei anderen Cachetypen auch gibt es interessante und weniger interessante Exemplare bei den „Couch potatoes“. Eigentlich sollte es aber selbstverständlich sein, dass man diese seltsame (überholte?) Cacheart nicht in größerem Stil auf Seiten wie OC verbreitet – wäre das nicht schon ein Missbrauch einer Seite, die eigentlich zum Dosensuchen gemacht ist?

Ich fand es eine Zeit lang mal ganz interessant, die noch relativ überschaubare weil begrenzte Gruppe dieser Caches (um die 60) auf GC zu lösen. Da waren ja auch durchaus lehrreiche und herausfordernde Aufgaben dabei. Darum habe ich auch irgendwann meine eigene Liste von Couch Potatoes erstellt, um einen Gesamtüberblick über diese Cacheart zu haben. Auch in der Erwartung, dass es bei diesen bekannten Spezialcaches bliebe.
Mit den Freiheiten, die es auf OC gibt, muss ich die Liste aber nun häufiger als mir lieb ist erweitern, wenn neue Exemplare hinzukommen. (Ich kann zur Zeit leider keine aktualisierte Version auf den FTP-Server hochladen.) Inzwischen kann man auf GC und OC deutlich über 100 Couch Potatoes finden. Das finde ich doch etwas viel, wenn die Caches, bei denen man nicht vor die Tür musste, einen großen Anteil in der eigenen Gesamtfundzahlstatistik ausmachen…

Ich will Couch Potatoes nicht in Bausch und Bogen verurteilen, aber wie auch bei anderen Cachetypen gilt, dass man sich Mühe geben sollte, wenn man so einen Cache einstellt. Es sollte um cachewürdige Locations gehen. Es sollte um Koordinaten und Navigation gehen. Es sollte Spaß machen, wenn man sich mit solchen Caches auseinandersetzt… Und weniger ist hier aus meiner Sicht mehr.

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Die Bedeutung von Statistiken relativiert

Montag, 2006-September-25

Geocaching-Statistiken, vor allem in Bezug auf die Fundzahlen, sind interessant, Zahlen und Rankings können Spaß machen, doch die scheinbar objektive Vergleichbarkeit, die sie suggerieren, ist beim Geocaching viel weniger gegeben als bei anderen Sportarten – weswegen man sie auch nicht zu ernst nehmen sollte. Das liegt natürlich daran, dass Geocaching nicht sehr stark reglementiert ist und vieles im Ermessen des Einzelnen liegt, aber es gibt auch noch andere Gründe.

Fundzahlen sind zum einen sehr stark abhängig vom Angebot an Caches, der Cachedichte; ebenso von der Mobilität/Reichweite (Kfz vs. Fahrrad-/ÖPNV-Cacher) und der für das Cachen nutzbaren Zeit des Einzelnen, aber auch von dessen Verhalten.
Ergo: Eine bestimmte Fundzahl eines Geocachers ist wenig dazu angetan, seinen Aufwand oder seine Erfahrung zu messen und noch viel weniger, um eine Vergleichbarkeit mit einem anderen Geocacher herzustellen.

Wer in einer Region mit vielen Caches wohnt, kommt leichter und schneller auf hohe Fundzahlen als jemand, der in einer Region mit wenigen Caches wohnt und daher weitere Wege hat. Wer letztes Jahr 500 Funde in einer bestimmten Region hatte, musste dafür wahrscheinlich deutlich mehr leisten als jemand, der diese Zahl in diesem Jahr erreicht, wenn die Cachedichte deutlich höher ist. Wer ein Kfz zur Verfügung hat, kann viel schneller eine Cachelocation erreichen als jemand, der (auch zeitlich) vom ÖPNV abhängig ist.
Die einen ziehen stets zu mehreren im Team los und haben daher eine potentiell höhere Erfolgsquote; sie finden Caches in der Regel schneller als ein einzelner und haben somit wiederum mehr Zeit, um weitere Caches anzugehen. (Es gibt sogar Teams, die sich aufteilen und an verschiedenen Orten parallel für einen Account Punkte sammeln.)
Eine Rolle spielt auch, welche Caches man präferiert und welche Ziele man verfolgt: wer bevorzugt einfache, kurze Caches ansteuert, kann schnell auf hohe Fundzahlen kommen; andere machen lieber längere Wandercaches oder verbringen viel Zeit mit dem Lösen kniffliger Rätsel, bevor die Dose zur Verifizierung der Lösung gesucht wird. Derselbe Zeitaufwand bedeutet als nicht eine vergleichbare Anzahl von Funden.
Hinzu kommen unterschiedliche Haltungen beim Loggen. Manche Geocacher finden nichts dabei, bei ihren eigenen Events „attended“ zu loggen. Andere sehen „Couch potatoes“ nicht als richtige Caches an und loggen keinen Fund, sondern nur eine Note, wenn sie die Lösung ermittelt haben, oder sie ignorieren solche Caches komplett. Manche Cacher loggen Funde, obwohl sie einen Cache eigentlich nicht gefunden haben und das Logbuch nicht abzeichnen konnten. Ferner gibt es Geocacher, die gerne etwas ausführlichere Logs schreiben oder sich umfassend in Foren informieren und engagieren; andere sparen dort Zeit ein, die sie für weitere Suchen nutzen können. 😉

Ich persönlich sehe mich als „Intensivcacher“. Ich habe auch schon lange Radtouren unternommen, auf denen ich nur wenige Caches angehen konnte (im Extremfall knapp 80 km für nur einen reverse cache). Manch anderer hätte da wohl gesagt, dass der Aufwand nicht lohnt. Insofern bin ich auch stolz auf meine ca. 554 Funde in über 2,5 Jahren, auch wenn es andere gibt, die 1000 Funde (oder mehr) in einem Jahr zusammen bekommen…

Man sieht also: bei all diesen verschiedenen Aspekten (Unterschiede in Bezug auf Cachedichte, Mobilität, Such- und Logverhalten) ist die Aussagekraft einer Fundzahlenstatistik sehr begrenzt.

GC: Rückkehr der Earthcaches?

Mittwoch, 2006-September-20

Leider habe ich es jetzt erst entdeckt, was vor ein paar Tagen im Geoclub gemeldet wurde: Offenbar plant Groundspeak, die Earthcaches, die ja wie alle anderen Cachetypen ohne Behälter nach www.waymarking.com ausgegliedert wurden, wieder ins eigentliche Programm, sprich: nach http://www.geocaching.com, einzugliedern. Angekündigt werden auch neue Guidelines für diesen (aus meiner Sicht sowieso eigentlich nicht benötigten) Cachetyp.
Finde ich persönlich schwachsinnig, nachdem die zuvor etablierte Lösung ja durchaus logisch und konsequent war. Spielt die fehlende Akzeptanz der „Zweitseite“ von Groundspeak eine Rolle für diese Entscheidung? Mal abwarten, wie sich das in den nächsten Monaten entwickelt…

Plastiktüten und andere Ekelfaktoren

Freitag, 2006-September-8

Geocaching hat nicht nur schöne, sondern leider gelegentlich auch seine ekligen Seiten. Wohl die meisten Geocacher haben schon einmal ehemals schöne Locations stark vermüllt vorgefunden, und so manches Fleckchen, wo sich unauffällig ein Cache verstecken ließ, hat sich ob seiner Abgeschiedenheit als Freiluftklo entpuppt. Mit einer sorgfältigen Wahl der Location kann man vorbeugen, ansonsten hilft nur, vor Ort aufzuräumen (Stichwort: CITO-Event) oder den Cache zu verlegen.

Ein Ekelfaktor beim Cachen ist allerdings hausgemacht: Plastiktüten, die als Schutz und/oder Tarnung dienen sollen. Was bewirken sie tatsächlich, was sind ihre Vor- und Nachteile?
Plastiktütenbefürworter glauben, dass ein Cache durch den Einsatz von Tüten zum einen besser geschützt vor Umwelteinflüssen und zum anderen besser getarnt ist. Plastiktütengegner, zu denen ich mich, wie schon an der einen oder anderen Stelle angedeutet, auch zähle, glauben, dass ein Cache durch den Einsatz von Tüten weder besser geschützt noch besser getarnt ist, sondern im Gegenteil gefährdeter: sie saufen leichter ab bzw. werden feucht, da Wasser aus den Tüten nicht abfließen kann; zumal oft nicht nur eine, sondern gleich zwei oder mehr Tüten eingesetzt werden. Zudem sind die Tüten häufig auffällig, so dass Caches leichter gefunden werden können – auch von Muggels, welche gar nicht erst in die siffigen Umhüllungen hineinschauen und den ekligen Fund sofort entsorgen.

Wenn man sie danach befragt, ob sie Plastiktüten um einen Cache befürworten, würde wohl inzwischen die Mehrheit der Geocacher mit Ablehnung reagieren. Trotzdem findet man immer noch einen Großteil der Caches in Tüten eingewickelt. Es gibt sogar einen Cache, der auf die Problematik aufmerksam machen soll: der Tüten-Cache von Vascodagama. Und ich habe auch schon eine Cachebeschreibung gesehen, in der mit dieser Grafik für einen tütenfreien Cache geworben wurde.
Im Ruhrgebiet haben sich alternativ Lappen aus zerschnittener Bundeswehrkleidung oder Zeltplane stark verbreitet. Dort ist man offenbar der Ansicht, die ollen, feuchthaltenden Plastikteile überwunden zu haben, übersieht dabei aber, dass der Tarnstoff auch kaum besser ist. Zwar kann dabei das Wasser abfließen, dafür saugt sich aber der Stoff mit Flüssigkeit voll und hält so auch die Feuchtigkeit und den Dreck am Cache. Für einen Finder ist so ein Stofffetzen genauso eklig wie eine Tüte. Ironischerweise findet man die Tarnlappen häufig um Ammokisten, die schon von Haus aus gut genug getarnt sind.
Nach meiner Erfahrung ist es in der Regel noch am besten, einen Cache ohne Umwicklung in seinem Versteck zu lassen. Er wird dann außen zwar auch schmutzig (selbst das können Plastiktüten auf Dauer nicht verhindern), bleibt aber dafür dauerhaft trocken, und im Trockenzustand lässt sich der Schmutz außen leicht entfernen.

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