Irrtümer über Geocaching

… die nicht nur bei Muggels, sondern auch bei (neu hinzugekommenen, aber auch erfahreneren) Geocachern verbreitet sind:

  • Geocaching = „Schnitzeljagd für Erwachsene“
    Geocaching kommt mittlerweile in den verschiedensten Altersgruppen vor; Kinder sind da keine Ausnahme.
  • Multis sind besser als Tradis. Und noch besser sind Mysterys.
    Es gibt kein Besser-schlechter-Verhältnis bei den verschiedenen Cachetypen. Es gibt nur eine Andersartigkeit. Präferenzen für den einen oder anderen Typ sind individuell (verschieden). Von jedem Cachetyp gibt es gut gemachte und weniger gut gemachte Exemplare.
  • Multis sind schwierig, Tradis sind einfach.
    Von jedem Cachetyp gibt es einfache und schwierige Exemplare. Der Cachetyp ist dabei unerheblich. Es gibt harte Tradis, bei denen man erheblich mehr Aufwand treiben und weitaus mehr Zeit investieren muss als bei manchem Multi.
  • Je länger eine Cacherunde, desto besser.
    Ein guter Geocache langweilt seine Finder nicht mit übertrieben beschäftigungstherapeutischen Aufgaben, sondern ist optimal angepasst an die zurückzulegende Wegstrecke, das Thema und andere Aspekte des Caches.
  • Um die Schwierigkeit zu erhöhen, kann man den Hint weglassen.
    Das ist Unsinn. Je schwieriger ein Versteck, desto eher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hint benötigt wird. Gibt es keinen Zusatzhinweis, kann das in frustrierte, naturschädigende Waldumgrab-Aktionen ausarten.
  • Ein Micro ist anspruchsvoller als ein Regular.
    Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, einen Micro im Urwald zu verstecken, wo auch ein Regular Platz gehabt hätte (Stichwort: Waldumgraben). Micros sind häufig nicht waldkompatibel. Die Wahl der (Größe der) Cachedose sollte den örtlichen Gegebenheiten angepasst sein. Überlegungen bezüglich der Schwierigkeit sollten dabei, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle spielen.
  • Lieber ein schlechter Cache als gar kein Cache.
    Jeder Cache ist ein guter Cache.
    Es kann nie genug Caches geben.

    Es ist nicht die Masse von Caches, die Spaß macht. Dem dürften selbst Statistikcacher zustimmen. Ich würde sogar sagen, dass nicht einmal die Aussage „Es kann nie genug gute Caches geben“ zutreffend ist. Die Zeiten, in denen man für jeden Cache dankbar war, sind vorbei. Ein Zuviel an Caches, selbst wenn sie ordentlich gemacht sind, kann einem dem Spaß auch verderben…
  • Ein Cache ist am besten in (mehreren) Plastiktüten geschützt.
    Nein, in den allermeisten Fällen bedarf ein Cache mit einem vernünftigen Behälter (zum Beispiel Munitionskiste) einer Tüte weder zum Schutz noch zur Tarnung. Meistens sind Tüten sogar hochgradig kontraproduktiv, da sie nach Regenfällen die Feuchte und Nässe im und am Cache halten. Zudem sind sie meist binnen kürzester Zeit zerrissen, dreckig, feucht, muffig, eklig und werden von Viechern bewohnt. In der Regel fährt man am besten ohne jede Form von Cache-Verkleidung.
    Siehe auch: Plastiktüten und andere Ekelfaktoren.

Und bestimmt gibt es noch einige Irrtümer mehr…

4 Antworten to “Irrtümer über Geocaching”

  1. hcy Says:

    Geocaching ist nicht nur keine Schnitzeljagd für Erwachsene, sondern (zumindest in seiner Urform = Tradis) überhaupt keine Schnitzeljagd. Das wird immer mal gerne vergessen.

  2. West468 Says:

    Gut gesprochen.

    [Nachtrag 2006-08-25] Damit man auch mal nachschauen kann, was Schnitzeljagd eigentlich ist: Eintrag in der Wikipedia.

  3. vonRichthofen Says:

    Die Aussage kann ich nicht nachvollziehen:
    „Ein Zuviel an Caches, selbst wenn sie ordentlich gemacht sind, kann einem dem Spaß auch verderben…“
    Ich sehe da eher den Ehrgeiz verborgen in seiner Umgebung alle Caches schnellstmöglich „erledigt“ zu haben. Und das halte ich für sehr fraglich. Da du auch in meiner Gegend recht aktiv bist, habe ich eine Vielzahl deiner Logs in der letzten Zeit gelesen. Warum muss man immer alles abgearbeitet haben? Warum darf man keine offenen Baustellen haben? Geocaching ist doch immernoch ein Hobby oder seh ich das falsch?

    Schöne Grüße

  4. West468 Says:

    Natürlich, ich habe mich anderer Stelle schon ausdrücklich dazu bekannt, dass ich den Ehrgeiz habe, alle Caches, die im Rahmen meiner Reichweite und Möglichkeiten sind, auch zu heben (jemand nannte diesen Cache-Stil mal „Ignorieren gilt nicht“). Das muss selbstverständlich nicht jeder so sehen, und ich habe diese Herangehensweise ja selber schon in Frage gestellt. Eine andere, aber ebenso legitime Methode wäre die, die DocW „Only go for the fun caches“ nennt.
    Man kann das Hobby nun mal auf unterschiedliche Weisen betreiben. Und noch habe ich den Ehrgeiz, alles in Reichweite auch zu absolvieren. In letzter Zeit wurde dies allerdings zunehmend schwieriger, und die Zahl der nicht angegangenen Caches immer mehr. Und leider muss man sagen, dass bei weitem nicht alle Caches auch wirklich gut sind. Geocaching wird leider mehr und mehr zum Massen-Dosen-Suchen, bei dem wirklich herausragende Gegenden oder interessante Verstecke häufig viel zu sehr in den Hintergrund geraten. Und ist das, was ich für fraglich halte.
    Und ein Boykottieren der Caches, die mir von vornherein nicht gefallen, würde an schlechten Caches m. E. nichts ändern, denn die Community geht ja eigentlich immer alle neu gelegten auch an. Ich bin beileibe nicht der einzige, der alle Caches in seiner Umgebung finden möchte. Und viele loggen bloß „danke für den Cache“, was nicht dazu angetan ist, dass der Owner sich Gedanken macht. Negative Entwicklungen können sich daher leicht fortpflanzen.

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