Einzelcachen vs. Rudelcachen

Natürlich ist Rudel nicht gleich Rudel, und für manche ist Kleingruppencachen auch noch kein Rudelcachen. Mir geht es aber hier nur um die Unterscheidung, ob man alleine (als Einzelperson) oder in Begleitung loszieht. Man könnte geneigt sein zu sagen, dass die Suche zu mehreren immer mehr Spaß macht, aber das würde ich so kategorisch nicht sagen. Ich bin auch öfters alleine unterwegs und schätze das genauso wie die Suche zu mehreren. Beides hat seinen Reiz und seine Vorteile, und die meisten werden wohl Erfahrungen mit beiden Varianten gemacht haben. Wer aber ausschließlich im Rudel oder ausschließlich alleine auf die Suche geht, dürfte wohl etwas verpassen.
Stellen wir die beiden Arten mal gegenüber.

  • GRUPPE:
    Klarer Vorteil im Rudel ist, dass man effektiver suchen kann. Man deckt eine größere Fläche in derselben Zeit ab, mehrere Augen sehen mehr als die zwei des Einzelkämpfers. Fehler werden wahrscheinlich schneller bemerkt und behoben. Man kann Überlegungen austauschen und Ideen ausdiskutieren und gemeinsam weiterentwickeln. Die Möglichkeit von DNFs ist damit deutlich geringer. Wenn erforderlich, kann man die Gruppe verkleinern oder aufteilen für eine bessere Aufgabenverteilung; zum Beispiel, wenn jemand zum „Schmierestehen“ abkommandiert wird, so dass ein Cache trotz Muggelgefahr im Rudel unauffälliger gehoben werden kann. In Bezug auf die reine Leistungsfähigkeit ist die Gruppe, selbst das Zwei-Personen-Team, gegenüber dem Einzelnen normalerweise immer im Vorteil.
    Suchen in der Gruppe ist also in jedem Fall flexibler, tendentiell erfolgreicher und auch sicherer, da man bei Unfällen und Verletzungen schnell Hilfe hat. Zudem hat man die ganze Zeit Unterhaltung, da man sich über Geocaching und anderes austauschen kann.
  • EINZEL:
    Ist man allein unterwegs, hat man den Vorteil, dass man auf niemanden Rücksicht nehmen muss. Suche abbrechen, weil der oder die Partner nicht mehr können oder wollen, wird nicht passieren, man kann selbst entscheiden, wie weit man zu gehen bereit ist. Das bedeutet allerdings auch, dass man wissen muss, wo seine persönlichen Grenzen liegen – und an die wird man wegen des höheren Aufwands als einzelner sehr viel eher stoßen als in der Gruppe -, denn sollte man sie überschreiten, ist nicht so schnell Hilfe zu erwarten.
    In gewissen Situationen ist man als Einzelner unauffälliger, als wenn sich eine Gruppe über einen Cache hermachen will, aber während das Rudel die Gruppe bei Bedarf verkleinern kann, ist es für denjenigen, der allein unterwegs ist, normalerweise nicht so einfach, sich mit weiteren Geocachern zu verstärken.
    Statt die Unterhaltung mit anderen zu genießen kann man abschalten, die Natur bewusster wahrnehmen und sich auf sich und seine Gedanken und die anstehende Aufgabe konzentrieren. Die Suche wird u. U. deutlich länger dauern und eher fehlschlagen. (Vielleicht wird man zum Abbruch gezwungen sein, weil man an einer Stelle nur mit Hilfe weitergekommen wäre, wie auch immer diese aussieht.) Aufgabenteilung gibt es nicht, man muss alles selbst machen. Der Einzelne ist somit mehr gefordert, was auch zu mehr Befriedigung führen kann als wenn man das von einem anderen gefundene Logbuch nur noch zum Abzeichnen weitergereicht bekommt. Der Aufwand, den der Einzelcacher betreiben muss, ist also sehr viel höher.
    Suchen als Einzelner ist also in jedem Fall intensiver, damit tendentiell anspruchsvoller und risikoreicher.

Fazit: Will man erfolgsorientiert an einen Cache oder mehrere herangehen, sollte man sich mit anderen Cachern zusammenrotten. Intensivere Geocaching-Erfahrungen kann man besser als Einzelner sammeln. Den meisten Spaß hat man, wenn man je nach Cache mal die eine, mal die andere Variante wählt.

3 Antworten to “Einzelcachen vs. Rudelcachen”

  1. Aluna und die Schatzsucher Says:

    Ich denke auch, die gesunde Mischung machts. Allerdings ist es schwierig als Einzelkämpfer aufzutreten, wenn man verheiratet ist und die Frau genauso süchtig ist wie man selber…..
    Zumindest bieten die Hunde bei uns nur den Vorteil, das man mal schnell eine Ausrede parat hat. (Na ,wo ist denn dein Bällchen schon wieder?) Eine Spürnase für Tupper- und Filmdosen haben die noch nicht entwickelt…….

  2. Die Bedeutung von Statistiken relativiert « West468s Geocaching-Weblog Says:

    […] Die einen ziehen stets zu mehreren im Team los und haben daher eine potentiell höhere Erfolgsquote; sie finden Caches in der Regel schneller als ein einzelner und haben somit wiederum mehr Zeit, um weitere Caches anzugehen. […]

  3. West468 Says:

    Blaues Forum: Cachen: Einsames Hobby?

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