Die Grenze zwischen Spaß und Gras, Lust und Frust

Höchste Zeit, dass ich hier mal wieder einen richtigen Artikel und nicht nur Kommentare schreibe (auch wenn ich erfreut feststelle, dass es nicht nur die brandaktuellen Beiträge sind, die hier Interesse und Leser finden), sonst wachsen mir nicht nur die Caches, sondern auch die zu behandelnden Themen und Einfälle über den Kopf. Nachdem ich die Tage ja schon einige geplante Themen angekündigt hatte, ist dieser aber zunächst aus der „Ich-weiß-noch-nicht-was-aus-dieser-Idee-werden-soll“-Sparte.
Caches, die einem über den Kopf wachsen – das ist das Stichwort für diesen Artikel. Der war auch schon längst fällig.
(Hinweis, falls nötig: Dieser Artikel beinhaltet Ironie.)

Im Moment habe ich mal wieder so etwas wie eine „Formschwäche“ beim Cachen. Ich habe das anscheinend öfter mal. Kommt mir wenigstens so vor. Oder eine „Käsching-Krise“… (Jaja, ich stehe auf Alliterationen, wie schon bei dem Artikel, als es um Kulinarisches und Kalorien ging, but I digress…) Ja, wo gibts denn sowas?!😯
Kennt Ihr das? Es hat natürlich auch mit Murphys Gesetzmäßigkeiten zu tun. Da bist Du gerade abwesend, und schon sprießen die neuen Caches wie die Pilze aus dem Boden. Kaum, dass Du zu Hause bist, setzt Du alles dran, die neuen möglichst schnell „abzuarbeiten“, damit Du keine Altlasten mehr hast, wenn wiederum neue Caches kommen (und Du Dich dann auch mal wieder darauf konzentrieren kannst, FTF😈 zu sein und weiter entfernte Caches anzugehen). Doch was passiert?
Ausgerechnet jetzt bekommen Deine Bemühungen empfindliche Dämpfer verpasst. Da legt man gleich mehrere DNFs hintereinander hin, man muss wegen einer Horde Muggels unverrichteter Dinge das Feld räumen, auch mehrfach, das Wetter ist einem auch nicht gewogen… Und während man sich mühsam einen Cache nach dem anderen vornimmt, geht die Auslegewelle munter weiter, und man kommt nicht zu Ruhe. Da könnte man doch echt schon mal vor lauter Frust ins Gras beißen (wörtlich, nicht übertragen gemeint)! Es ist, als wollte der Cachergott einen zu der Einsicht zwingen, dass das Hobby nur als Freizeitbeschäftigung zur Erholung (mit der Einstellung findet man dann plötzlich auch wieder die vorher nicht gefundenen Caches) gedacht ist und auch nur so betrieben werden soll. Jaaa, verdammt, das klingt ja auch vernünftig, aber warum soll man das nicht auch ein bisschen ehrgeiziger und sportlicher angehen dürfen?!
(Ernst gemeinter Kommentar: Ein Ausdruck wie „Caches abarbeiten“ klingt eigentlich danach, dass man etwas falsch macht.)
So ungefähr geschehen in den letzten Wochen in Münster. Beteiligter Geocacher: ein gewisser West“Ich hab‘ keinen Empfang“468

Es begann alles harmlos in Nürnberg, als ich mir an Adlerhorst Zentral die Zähne ausbiss und ein wenig Pech mit Muggels hatte. Na gut, kein Problem, ein DNF ist fast keiner, und ich war ja eh schlecht vorbereitet und erwartete gar nicht, alle angegangenen Caches auch zu finden.
Dann zurück in Münster versuchte ich zwei Caches, die quasi vor meiner Haustür lagen, noch mal eben vorm Zubettgehen zu heben… Hat auch geklappt. Nur nicht mit dem „mal eben“… Den Mittelpunkt des Münsterlandes, unweit des 52. Breitengrades, hatte ich ja auch mal vercachen wollen (Murphy, sagte ich doch). Den dann schnell gefunden, doch beim Bonus-Cache war der Wurm drin. Nach über einer Stunde Suchen, es war inzwischen weit nach Mitternacht, frustriert aufgegeben. Zu Hause im Netz gleich einen neuen, Teil einer Serie (!), entdeckt. Nach dem Frust noch ein FTF, das wärs, dann könnte ich gut schlafen. Außerdem wäre das eh kein Cache für tagsüber, auf dem Unigelände. Was solls, es war sowieso schon viel zu spät, also wieder aufs Rad geschwungen und die ca. 8 km in die Stadt geradelt. Ihr wisst schon, wie es weitergeht, stimmts? Jawoll, noch ein DNF, beim „Study Garden“, nachts um 3:15. Immerhin: ich hatte die rettende Idee für den Bonus-Cache, so dass ich den auf dem Weg nach Hause noch erfolgreich um… äh 03:42 Uhr😳 abschließen konnte.
Den nächsten Cache der Serie, „sanctuarium“, am nächsten Tag habe ich erstmal ignoriert (übrigens auch eine Location, die zu vercachen mir vorschwebte, und nicht nur mir). Bei Caches von dem Owner hatte ich bisher immer (mindestens) einen zweiten Versuch gebraucht (von einem Webcam-Cache abgesehen) und FTF-Versuche vermasselt. Wieder einen Tag später der dritte der Serie. Eigentlich hatte ich ja keine Zeit, aber ich war auf dem Weg zum Bahnhof, und da kann man ja einfach ein paar Stationen eher aus dem Bus aussteigen, den Cache schnell machen, und dann den nächsten Bus nehmen oder zu Fuß zum Bahnhof gehen… Guter Plan! Schlechte Ausführung. DNF beim Toleranz durch Dialog (Eduardo Chillida sagt dem einen oder anderen von Euch vielleicht etwas ;-)) und verschwitzt zu Fuß zum HBF gehechelt… Tags darauf, sonntags, wurde in meiner Abwesenheit ein weiterer neuer Cache, „Lummerland“, veröffentlicht.

Bei all den offenen Baustellen habe ich mich am Montag nach meiner ersten Doppel-EK-Spende (ist vielleicht auch nicht das Schlaueste, nach dem Blutspenden auf Fahrradcachetour zu gehen…) dann daran gemacht, zum großen Gegenschlag auszuholen und habe nacheinander, ganz in Ruhe, vier „Nicht-DNFs“ nacheinander geschafft: Skulptur Projekte 97: sanctuarium, Skulptur Projekte 87: Toleranz durch Dialog, Lummerland (der hatte die massivste Übertarnung, die ich je gesehen habe – gut für mich :D) und auch noch Skulptur Projekte 87: Study Garden.
Am Mittwoch wurde „El Bartos No.2“ und am Donnerstag, gestern, „ABC“ veröffentlicht. Also gestern versucht, noch die „Altlast“ Alte Fahrt (KÜ) und anschließend El Bartos 2 zu finden. Teil 1 hat geklappt, bei Teil 2 mussten zwei Telefonjoker her, und am Ende machten Muggels der Fortsetzung der Suche einen Strich durch die Rechnung.

So, jetzt wisst Ihr Bescheid, was für ein Albtraum Geocaching sein kann! Damit hier auch mal die andere Seite von unserem ach-so-schönen Hobby dargestellt wird. An die Neulinge: Überlegt es Euch gut, bevor Ihr damit anfangt und eine Sucht riskiert.😈

Damit Ihr mich nicht falsch versteht (</Ironiemodus_aus>): Ich habe mich ja teilweise schon ganz schön in meinen hier verlinkten Logs ausgetobt. Der dort abgelassene Frust war durchaus echt, aber ich schreibe solche Einträge auch mit Spaß und einem inneren Grinsen über mich selbst. (Freue mich schon darauf, all diese Logs in ein paar Wochen mal im Zusammenhang zu lesen, wenn die Eindrücke nicht mehr so frisch sind…) Es ist wirklich nicht so, dass ich nach einem DNF nicht mehr ruhig schlafen könnte. Aber wenn man solche Negativserien hinlegt, ist das manchmal ein guter Zeitpunkt, um cachetechnisch einen Gang zurückzuschalten und etwas relaxter ein anderes Mal erneut an die Sache heranzugehen. Auch wenn ich mal so etwas schreibe wie dass ich mir ein neues Hobby suchen müsste, ernsthaft den Gedanken in Betracht gezogen, Geocaching aufzugeben, habe ich noch nie. Auch die Frusterlebnisse rauben mir nicht den Spaß an der Sache.
Außerdem möchte ich all jenen Mut machen, die bei den ganzen Schablonenlogs („Schnell gefunden“) denken, sie wären die einzigen, die sich mal dusselig anstellen oder Caches nicht auf Anhieb finden. Glaubts mir, auch die Schablonenlogger haben ihre schwachen Tage, schreiben nur nicht drüber.😉 Und schlussendlich hoffe ich doch, dass es wenigstens Euch amüsiert zu lesen, wenn ich nichts zu lachen hatte.😀
Außerdem sind DNFs etwas ganz Normales und gehören essentiell zum Geocaching hinzu. Wäre wie gesagt doch langweilig, wenn man immer eine Finde-Garantie hätte.

So, ich werd‘ dann mal „El Bartos 2“ und „ABC“ angehen, in der Hoffnung, damit alle neuen Caches aus meiner Nearest-ToDo-Liste gestrichen zu bekommen…😀

[Nachtrag 1] Die Pechsträhne geht weiter. Wieder nur 50 % Ausbeute heute. ABC war kein Problem, der Wiedereinstieg bei Station 6 bei El Bartos 2 erneut von Muggels vereitelt, und das bei zwei geschlagenen Stunden Warten (u. A. mit „GassiPod“ 6 zum Zeitvertreib). Und rüchtüüüüch, zu Hause gleich erstmal wieder einen neuen Cache auf der ersten Seite der Nearest-Liste entdeckt. Wie erwartet, ich habs gewusst! Natürlich ein schwierig zu erreichender (für mich ohne Auto jedenfalls).😮🙄 Bei all den Anstrengungen, die ich zur Zeit unternehme, ich komme mit dem Heben der Caches nicht hinterher, so schnell wie neue kommen. Diesem Murphy würde man am liebsten mal eine reinhauen dafür, dass er andauernd Recht hat…👿

[Nachtrag 2] Heute Nachmittag im Beisein des Owners, der die berüchtigte Station 6 nun verlegt hat (an der alten Stelle hätte ich erneut nichts ausrichten können), El Bartos 2 zur Strecke gebracht. Und die „frohe“ Kunde von einem neuen T-4,5-Cache erhalten. Es wird wohl Zeit, dass ich mir eine Auszeit vom aktiven Geocaching nehme und mich aufs passive (Bloggen) konzentriere…

[Nachtrag 3] Am späten Abend zusammen mit dem Team Aluna und die Schatzsucher auch diesen neuen T-4,5-Cache noch geschafft. Einmal mehr kein FTF, sondern STF, aber Hauptsache geschafft. Leider sind es immer noch drei mit „New“ markierte Caches auf der ersten Seite der Nearest-To-Do-Liste. Inzwischen ist mir klargeworden, dass es auch dieses „New“-Icon ist, das mich nervt… Hoffentlich gehen die vielen Cacher jetzt mal wieder mehr suchen als ans Auslegen zu denken…

4 Antworten to “Die Grenze zwischen Spaß und Gras, Lust und Frust”

  1. svotti Says:

    Hi!

    Man, was für ein super Artikel!!
    Sehr authentisch mit hohem Unterhaltungswert!

    Gruß, Svotti!

  2. West468 Says:

    Hey Svotti,

    ich habs gewusst, dass Du einen Kommentar zu diesem Artikel abgeben würdest.😉

  3. Gecko-1 (G-e-c-k-o-s) Says:

    Genialer Artikel. So eine DNF-Folge hatte ich gottlob noch nicht. Was nicht ist soll aber auch NICHT werden.

    Tja, aber man merkt du bleibst an der Sache schon ziemlich hartnäckig dran.🙂

    Wenn ich ese wieviele neue Caches in deiner Umgebung veröffentlicht werden komm ich schon ins träumen😦

  4. West468 Says:

    Tja, es ist wohl immer so, wie man es gerade nicht so gerne hätte (Murphy)… Mir werden es in und um Münster allmählich zu viele, und die Auslegeabstände empfinde ich zur Zeit also sehr ungünstig getimet. Das bringt doch etwas Stress mit sich… Immerhin, die meisten Caches der letzten Zeit konnten sich wirklich sehen lassen, da waren wenig langweilige dabei!

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