Cachen mit Minimalstvorbereitung

Bevor ich nun meine jüngsten Cachefunde logge, nach neuen Caches in meiner „Home Zone“ schaue (und da gibt es ein paar, wie man mir während meiner Abwesenheit bereits zugetragen hat), Mails und Foren lese, um zu gucken, was sich so alles in den letzten Tagen getan hat in der Geocaching-Szene, …, will ich Euch ein paar Eindrücke meines ereignisreichen erweiterten letzten Wochenendes schreiben.
(Endlich mal wieder was für die West468-Kategorie! ;-))

[Der folgende Absatzblock ist „off-topic“. ;-)] Ich war nämlich in Nürnberg und habe erstmalig ein Rennwochenende live an der Strecke erlebt, als die DTM am Norisring gastierte. Ganz tolle Sache, kann ich jedem eingefleischten und weniger eingefleischten Motorsportfan nur empfehlen.
Zu vergleichsweise zivilen Preisen bekommt man eine ganze Menge geboten: Eine Wochenendkarte für € 40 (mit freier Tribünenwahl am Freitag) ist nicht teuer, wenn man dafür die Gelegenheit hat, jede Menge Rennwagen aus nächster Nähe sehen zu können, man die Strecke aus den unterschiedlichsten Perspektiven einsehen und durchs Fahrerlager und die Boxengassen spazieren kann (Samstag und Sonntag) und auch die/den eine(n) oder andere(n) Fahrer(in) zu Gesicht bekommt. Autogrammjäger kommen hier auf ihre Kosten. An einem Formel-Eins-Wochenende wäre so eine Fan-Nähe wohl völlig unbedenkbar. Auch das Rahmenprogramm mit weiteren interessanten Rennserien (Formel 3, Formel BMW, Porsche Carrera Cup, Seat Leon Supercopa, …) und diversen Zusatzveranstaltungen konnte sich sehen lassen!
Und, mit Verlaub, auch wenn man seinen empfindlichen Gehörgängen sonst vielleicht lieber Beethoven zuführt: der Motoren-Sound ist einfach geil!:mrgreen: (Im Ggs. zu den Rennserien des Rahmenprogramms waren Ohrstöpsel bei der DTM schon sehr empfehlenswert.) In dieser Kategorie geht der Sieg für mich eindeutig an Audi, auch wenn auf der Strecke die Mercedes deutlich vorn lagen…

Als eingefleischter Geocacher kann man natürlich nicht in irgendeine Gegend fahren, ohne dort seinen Stempel (oder Aufkleber bzw. Signatur) in einigen Logbüchern hinterlassen zu haben. Wenn man allerdings seine Reisevorbereitungen erst morgens um halb zwei abschließt, um fünf Uhr aufstehen muss, um um kurz vor sechs Uhr den Bus zum Bahnhof zu kriegen, und noch keine Cache-Koordinaten ausgedruckt oder im GPS-Gerät hat, ja dann… wird es Zeit für eine „Notfall-Vorbereitung“. Schließlich kann man ja aufs Cachen nicht verzichten.😀

Ich habe also Folgendes gemacht: mir auf GC den erstbesten Tradi an drei Koordinaten herausgesucht (Nürnberg-Hbf, Norisring und Nürnberger „Home“-Koordinaten) und mir die Caches dieses Typs der jeweiligen Umgebung anzeigen lassen. Auf der Auswahliste der jeweils ersten Seite mit einem Mausklick alle Caches markiert und deren Koordinaten samt Waypoint- und Cache-Name in einer .loc-Datei heruntergeladen. (Als Premium Member hätte man auch .gpx-Dateien verwenden können, die einige Informationen mehr enthalten.) Die drei Dateien habe ich mit EasyGPS geöffnet. Wenn ich meinen Geko gerade zur Hand gehabt hätte, wäre es ein Kinderspiel gewesen, diese Informationen ins Gerät zu laden; da das in dem Moment nicht der Fall war, habe ich zum Papierausdruck gegriffen. Leider habe ich dabei einen Mausklick in EasyGPS vergessen, der hilfreich gewesen wäre: statt einer alphabetischen Sortierung der jeweils 20 Caches nach Cache-Name wäre es schöner gewesen, die Listen nach den (Nord-)Koordinaten geordnet zu haben.
So hatte ich binnen weniger Minuten alles beisammen (und die Zeit drängte), um den einen oder anderen Geocache nebenbei heben zu können. Auf meinen drei Listen kam es natürlich zu einigen Überschneidungen – die drei Koordinaten lagen nur einige Kilometer auseinander -, und leider passten nur 19 der 20 Caches pro Datei auf eine Seite, aber im Zug hat man ja Zeit, die Koordinaten zu analysieren und zu schauen, welche Caches in Frage kommen. Die habe ich dann in Ruhe ins GPS-Gerät eingegeben. Der besseren Orientierung halber habe ich die Wegpunkte im Gerät unter den Waypointnamen der Caches abgespeichert. (So wäre es auch gewesen, wenn ich die .loc-Dateien direkt in den Geko hochgeladen hätte.)

Vor Ort ist dann immer die Funktion „nearest waypoints“ hilfreich, um zu entscheiden, welchen Cache man angeht. Außerdem ist es sinnvoll, einen Blick auf die Kartenseite des Gerätes zu werfen, um zu schauen, wie die Caches zueinander liegen. Velleicht nimmt man lieber ein paar hundert Meter mehr in Kauf, kann aber dafür einen Cache mehr angehen.
Anhand der ausgedruckten Listen konnte ich noch den Namen des Caches feststellen (aber selbst das habe ich nicht immer gemacht, wobei ja auch die Namen hilfreich sein können!); weitere Informationen hatte ich (erstmal) nicht verfügbar. Also weder Angaben zu Schwierigkeiten und Gelände oder Zeitaufwand, noch zu erforderlicher Ausrüstung, keine Additional Hints, nicht einmal die Cachegröße war bekannt! Von Spoiler-Fotos oder Telefonjokern natürlich ganz zu schweigen.
Ich wusste also nur: an den gegebenen Koordinaten liegt ein Traditional Cache… (Inaktiv geschaltete Caches hatte ich nicht in meinen .loc-Dateien/Listen.) Das war also schon beinahe „paperless caching“ (sehr angenehm).

Meine Fund-Ausbeute war trotz meines Vorgehens gut: in Nürnberg sechs Caches angegangen, fünf gefunden. Bei dem einen DNF habe ich mittels WAP-Handy einen Hint gelesen, der mich auch weiterbrachte, aber leider nicht bis zum Fund. Vermutlich hat mich auch irritiert, dass der vorletzte (aber nicht der letzte!) Log ein DNF war. Ob es an den Muggels lag, oder war er einfach zu gut versteckt? Ich weiß noch nicht, woran es lag, aber möglicherweise hätte hier auch bessere Vorbereitung nicht auf Anhieb zum Erfolg geführt.

Eine verschärfte Form von Cachen mit Minimalstvorbereitung wäre das Suchen nach Caches, von denen man nicht die Koordinaten hat. Bei einem schwierigen D5-Mystery in Münster hat das mal funktioniert; ich arbeite noch an der Lösung, um auch das neue Versteck zu finden…😀 (Noch schärfer: einfach durch Augenoffenhalten eine cachewürdige Location entdecken und zu einem Zufallsfund kommen. Der Begriff „random caching“ ist mir dafür mal untergekommen. Naja, ganz so zufällig wäre der Fund dann ja auch nicht… Ist mir jedenfalls in der Form noch nicht passiert. Und erst recht nicht, dass ich ohne Suche, wirklich zufällig, über einen Cache „gestolpert“ wäre.)
Das habe ich auf der Rückfahrt von Nürnberg nach Münster noch in Dortmund probiert: ich wusste von der Existenz eines Mahnmal-Caches in der Nähe des HBFs. Die Location konnte ich recht problemlos finden, aber die Öffnungszeiten ließen keine Suche zu. Leider konnte ich per WAP nicht die Beschreibung finden.
(GC scheint die Suche nach Koordinaten aus dem WAP-Interface ausgebaut zu haben! Selbst nach dem Login konnte ich die Funktion nicht nutzen. Schade, dass ich das Unofficial GeoCache Portal noch nicht im Handy gespeichert hatte, das scheint einiges mehr zu können!)
Allerdings entdeckte ich zu Hause, dass es sich nicht um einen Tradi, sondern einen Multi handelt, und zweifellos ist so ein Ort auch nicht angetan für einen schnellen Cache für zwischendurch. Den werde ich dann mal bei Gelegenheit ganz in Ruhe machen.

Für den Anfänger ist das Cachen mit solch geringer Vorbereitung natürlich nicht zu empfehlen. Da ist die Frust-Gefahr ziemlich groß. Denn umso weniger Informationen man zur Verfügung hat, umso mehr Bedeutung bekommt die Erfahrung. So muss man sich an den Koordinaten angekommen erstmal überlegen: welche Cachegröße kommt in Betracht und welche Versteckart? Könnte es sich z. B. um einen magnetischen Micro handeln? Tendentiell verlängert sich logischerweise auch die Suchzeit.
Wie ich schon in meinem Artikel Strategien beim Suchen schrieb: Je besser man sich vorbereitet, desto weniger Probleme können vor Ort auftreten.
Aber: der Verzicht auf Informationen, wie auch immer der zu Stande kam, kann die Suche zu einer sehr reizvollen Angelegenheit machen!😉 Früher oder später wird es auch dem gewissenhaftesten Geocacher passieren, dass er nicht optimal vorbereitet einen Cache angeht. Und sei es nur, dass er ein Attribut-Icon in der Cachebeschreibung übersehen hat, dass ein Kletterpart absolviert werden muss. Ohne dieses Wissen ist es natürlich deutlich schwieriger, dass einem bei der Suche gleich die richtige Idee kommt…

Zum Schluss noch einige Worte über das Bahnreisen (um noch einmal ein wenig OT zu werden). Natürlich bin ich ein glühender Bahnhasser, was auch damit zusammenhängt, dass ich bisher noch ohne Auto unterwegs bin und die Bahn entsprechend häufig nutze.
Halten wir mal fest: Auf der Hinfahrt von Münster nach Nürnberg (Reisezeit: 4:54 mit 3x Umsteigen) hatte bereits mein erster ICE in Hamm 25 Minuten Verspätung, so dass an Cachen in Hessen (eigentlich 28 Minuten Aufenthalt in Kassel-Wilhelmshöhe) nicht mehr zu denken war. Dafür hatte auf der Rückfahrt von N nach MS mein durchgehender ICE (Reisezeit: 6:18) bereits nach 25 Minuten einen Defekt am Triebkopf, so dass in Würzburg erstmal Endstation war. Also hatte ich ca. 1,5 Stunden Zeit, die sich cachetechnisch nutzen ließen, da ich glücklicherweise zwei Caches für Wü recherchiert hatte. Von dort ging es dann weiter nach DO, von da schließlich nach MS. Am Ende war ich gut 10,5 Stunden unterwegs. Das schafft einen wirklich.

Aber man kann auch längere Bahnreisen cachetechnisch gut nutzen: nämlich mit Blindschleichers „GassiPods“. Die haben mir die Zeit im Zug doch sehr viel kurzweiliger gestaltet…

Eine Antwort to “Cachen mit Minimalstvorbereitung”

  1. London Rain Says:

    Ach so schwierig ist der California Cache doch gar nicht. =)

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