Geocacher interviewt…

Ich habe gestern nochmals mit großem Interesse die mir bekannten Interviews bei 4lagig-deluxe gelesen. Zu Wort kamen die national (und teils darüber hinaus) bekannten Cachergrößen alligateuse, cosmic bob, geoPirat sowie teamguzbach.org, mittlerweile besser bekannt als der Reviewer ° („Kringel“).
Die Gespräche sind zwar nicht mehr brandaktuell (aus dem letzten Jahr), aber immer noch sehr lesenswert und unterhaltsam. Wer sie noch nicht kennt, dem kann ich sie nur empfehlen. Anders als in so manchem Zeitungsartikel, der über Banalitäten nicht hinauskommt, wenn ein blutiger Anfänger von Geocaching als seiner neuen Leidenschaft schwärmt, schafft es 4lagig-deluxe in seinen ausführlichen Interviews, sehr interessante Fragen zu stellen und seinen Gesprächspartnern ebensolche Antworten zu entlocken.

Thematisiert werden zum Beispiel der Einsatz der Technik (manchmal ist weniger mehr), Tour-Vorbereitung, Papierloses Cachen, die Bedeutung von Statistiken, Cache-Dichte, Caches am Rande der Legalität, die wachsende Popularität von Nachtcaches, alternative Datenbanken (NC, OC), Weltrekorde, Amateurfunkpeilen, Zecken und Vieles mehr. Ein große Bandbreite von Aspekten also, die Geocacher interessieren.

Hier mal ein paar (aus meiner Sicht) bemerkenswerte Zitate:

Ich habe Geocaching von Anfang an so verstanden, dass man seine Entdeckungen und Geheimtipps jenseits der Reiseführer mit anderen Cachern teilt.

[cosmic bob zu seiner Motivation beim Auslegen des ersten eigenen Caches]

Ich habe noch nie erlebt, dass jemand wirklich im Vorteil war, wenn er sein umfängliches Equipment in die Natur geschleppt hat.

[cosmic bob über seine Präferenz für eher spartanische Ausstattung]

Ich glaube zwar, dass wir noch lange keine Sättigungsgrenze erreicht haben; aber ich gebe dir Recht, dass die besten Locations bereits besetzt sind.

[cosmic bob zu der rasant zunehmenden Cachedichte in Deutschland]

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Ich hab 5 Monate das Gebiet zwischen der A9 und der A7 abgesucht um dieses spezielle Gelände zu finden. Danach hab ich nochmal 2 Monate gebraucht um den Cache aufzubauen. Mehr möchte ich nicht verraten.

[Philipp von teamguzbach.org zu „Mission Echo“. Da hat sich jemand richtig viel Mühe gegeben bei einem Cache! So soll es sein!]

Letztendlich sollte man dabei aber immer im Hinterkopf behalten dass Technik erstens nicht das gleiche wie Kreativität ist und zweitens Technik auch kaputt gehen kann. Ein guter Cache sollte auch wartungsarm sein und da ist Technik eben nicht unbedingt das Mittel der Wahl.

[Philipp von teamguzbach.org auf die Frage, wie viel Technik ein Nachtcache verträgt]

Es gibt den Codex unter den Nightcachern, dass ein Cache auch mit einer normalen Maglite 3D oder einer vergleichbaren Lampe findbar sein muss. […] Gerade die MAXABEAM und die SURFIRE Lampen sind dermassen sündhaft teuer, dass sich hier der Gedanke des überteuerten Statussymbols aufdrängt.

[Philipp von teamguzbach.org zu der Frage nach dem richtigen Leuchtmittel]

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Als Huskie eine längere berufliche Fortbildung mit viel Lernstress nahe Hannover hatte, habe ich ihm zur Erholung mein Zweit-GPS (mit allen Caches in der Umgebung bereits geladen) per Päckchen geschickt. Dann hat die Sucht zum geocachen auch ihn erfasst.

[geoPirat über die Teambildung mit Huskie]

Nach dem Weltrekord mit 263 Funden konnten wir weitere 816 Caches in 15 Tagen finden. Mit insgesamt 1.080 Funden am Stück sicherlich auch eine Art “Langstrecken-Caching-Rekord”😉.

[geoPirat über seinen ersten „24-Hour Record Run“; damals hatte er 58% seine Caches in den USA gefunden…]

Die Statistik kann auch von jedermann entweder ignoriert oder beachtet werden – jedem wie es ihm beliebt; weh tut die Statistik niemandem. Leider ist nicht jeder Cacher so tolerant, Cacher mit anderen Vorlieben nicht mit Verachtung oder Hähme zu strafen, insbesondere in den Foren. Ob dabei Neid eine Rolle spielt, vermag ich nicht zu beurteilen.

[geoPirat zu Kritik am Power-/Statistikcachen]

Jeder Cache ist eine Einladung des Owners an die Cacher-Gemeinde. Wenn ich die Einladung annehme, versuche ich mich zu verhalten wie ein Gast, der zum Essen zu Hause eingeladen ist. Gefragt ob es mir geschmeckt hat, wird meine Antwort (hoffentlich) stets taktvoll sein.

[geoPirats Entgegnung auf die Frage, wie ehrlich ein Log sein darf und wie er es mit konstruktiver Kritik hält. Das ist natürlich eine legitime Sichtweise, die sich aber nicht ganz mit meiner deckt.]

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Am Anfang reicht ein einfaches GPS, ein Kompass, gute Straßenkarten (besser TOP50) zur Cache-Suche aus. Ich hatte anfangs weder Routing, noch Topo-Karten oder TOP50. Trotzdem habe ich eine Menge Caches nur mit dem Pfeil gefunden. Es hat eben nur länger gedauert.

[alligateuse – nicht die Technik macht einen zu einem guten Cacher.]

Da sich Geocaching und Amateurfunkpeilen relativ ähnlich sind, war der Gedanke doch nahe liegend, es mit einer “Hochzeit” beider Aktivitäten zu probieren. Schließlich sind viele Amateurfunker auch Geocacher. ksmichel und ich wollten einfach mal experimentell beiden Gruppen jeweils das andere Hobby näher bringen. So entstand die Idee zu dem Geofoxing-Event […]

[alligateuse über ihr Geofoxing-Event (GCNVR9)l]

Es ist sicherlich höher zu bewerten, wenn man einen schwierigen Cache allein bewältigt. Ich finde es allerdings auch legitim, wenn sich ein Cacher-Team oder eine Gruppe zusammenfindet und sich jeder mit seinen Möglichkeiten in die Cache-Suche einbringt. Die Schwierigkeiten liegen ja für jeden Beteiligten woanders. Auch ich habe schon ein paar Caches gemeinsam mit anderen gefunden, die ich allein wohl nicht geschafft hätte. Deswegen habe ich allerdings kein schlechtes Gewissen.

[alligateuse auf die Frage, ob man ruhigen Gewissens einen Fund loggen kann, wenn man einen schwierigen Part nicht selbst absolviert hat. Sehr gut formuliert, meine volle Zustimmung!]

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Insgesamt finde ich diese Interview-Reihe eine sehr schöne Idee! Eigentlich hat ja jeder Geocacher so einiges zu erzählen. Nun kann man natürlich nicht tausende von deutschen Geocachern interviewen, aber sicherlich wäre eine Fortführung der Serie mit dem einen oder anderen ungewöhnlichen Geocacher lohnenswert. Ich würde mich jedenfalls über weitere Interviews freuen.
Hast Du gehört, 4lagig-deluxe?😉

Eine Antwort to “Geocacher interviewt…”

  1. 4lagig-deluxe Says:

    Ich habe gehört.😉

    Natürlich geht es weiter mit den Interviews. Ein (fast) vollständiges Interview liegt auch schon in meiner virtuellen Schublade, doch leider bin ich zeitlich im Moment etwas eingeschränkt. Ich bitte daher noch um etwas Geduld…

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