Naturschutz und Selbstschutz

Nun haben wir Sommer, es ist also Geocaching-Hochsaison (Saison herrscht ja für manche Cacher das ganze Jahr über), und viele haben wahrscheinlich schon Mückenstiche und Zeckenbisse abbekommen. Also eine gute Gelegenheit, mal die Aufmerksamkeit auf die Themen Naturschutz (Schutz der Natur vor übertriebenem Geocaching, beinhaltet auch den Aspekt Waldbrände) und Selbstschutz (Schutz des Geocachers vor den Gefahren der Natur: Zecken, Fuchsbandwurm u. A.) zu richten.

Auf GC.de (und auf OC unter „Informationen“) gibt es den Bereich „Wichtig zu wissen…“, dem ich ehrlich gesagt bisher nicht allzu viel Beachtung geschenkt habe. Ist ja eigentlich alles selbstverständlich, sollte man meinen. Liest man die dort gebotenen Infos, wird man jedoch zu der Ansicht gelangen, dass der Bereich aus gutem Grund so heißt, wie er heißt; und es ist in jeden Fall empfehlenswert, die dort gebotenen Informationen sich bewusst (vielleicht auch wiederholt) zu Gemüte zu führen.
Im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte, die als Auffrischung des Wissens dienen können.

Naturschutz

  • Naturschutz = Pflanzen- und Tierwelt schützen!
    Bundesnaturschutzgesetz
    Die Natur soll bei der Ausübung unseres Hobbys so wenig wie möglich belastet werden. Das bedeutet, dass Geocacher bei der Suche vor-sichtig zu Werke gehen und die Suchgegend nicht verwüsten sollen.
  • Wann immer möglich, Wege benutzen!
  • Nist- und Brutplätze der Tiere sind zu meiden!
  • Lärm vermeiden!
  • Keinen Müll zurücklassen! Gefundenen Müll möglichst entsorgen!
  • „Grabungen“ sind zu vermeiden!
    Beachte: Geocaches, die beim Heben und/oder Einrichten den Einsatz einer Schaufel o. Ä. erfordern, werden in der Regel bei GC nicht gelistet, vgl. Guidelines:

    If a shovel, trowel or other „pointy“ object is used to dig, whether in order to hide or to find the cache, then it is not appropriate.

    Der Verstecker hat beim Einrichten des Caches darauf zu achten, dass das Finden des Caches möglich ist, ohne dass die Natur in Mitleidenschaft gezogen wird!
    In schwierigerem, unübersichtlichem Gelände (im Wald, bei schlechtem GPS-Empfang, …) sollten unbedingt brauchbare Additional Hints und Spoiler-Fotos in die Beschreibung mit aufgenommen werden! Das wird manchmal vergessen oder absichtlich nicht gemacht, in der irrigen Annahme, dass man so einen anspruchsvolleren, besseren Cache kreiert.
    Vor dem Auslegen sich davon überzeugen, dass das geplante Cacheversteck nicht von Tieren als Lebensraum oder Rückzugsmöglichkeit genutzt wird!
    Vorher ausschließen: Besteht die Gefahr, dass ein Baum durch das Verstecken oder Anbringen von Hinweisen ernsthaft beschädigt wird? Auf den Einsatz von Nägeln und Schrauben möglichst verzichten! Rinde einritzen ist tabu!

  • Da der Bereich „Naturschutz“ bei GC.de zur Zeit überarbeitet wird, verweise ich auf den entsprechenden Bereich bei OC (die dort zitierten Gesetzesauszüge sollte man auch lesen!): Im ersten Abschnitt „Allgemeines“ wird eine eindrucksvolle Gegenüberstellung zweier Fotos präsentiert, auf denen zu sehen ist, wie ein Baumstumpf vor und nach der Cachesuche aussah. Da kann ich mich nur anschließen: So etwas muss nicht sein! So etwas will niemand sehen. Diese beiden Fotos können als gutes abschreckendes Beispiel dienen; sowohl Ausleger als auch suchende Geocacher sollten sie stets im Hinterkopf behalten und ihr eigenes Verhalten bewusst und kritisch beobachten!
  • Jungtiere grundsätzlich nicht anfassen! Am Besten sich schnellstmöglich leise vom Fundort entfernen. Offensichtlich kranke oder verletzte Tiere der Polizei melden, damit diese sie an die zuständigen Behörden weitermelden kann.
  • Steine nur sehr vorsichtig umdrehen und nicht wild in Erdlöchern herumstochern, damit keine Tiere verletzt werden!
  • In Natur- und Landschaftschutzgebieten wird die Betretungsbefugnis durch Verordnungen normalerweise stark eingeschränkt und teilweise sogar ganz aufgehoben. Die meisten Landschafts- und Naturschutzgebiete dürfen nur auf befestigten Wegen betreten werden!
  • Jegliche Veränderung eines Naturdenkmals ist verboten! Als Cacheversteck also denkbar ungeeignet!

Waldbrände
Die folgenden Infos stammen von GC.de und OC (bzw. OC).
Waldbrandgefahrenindex M-68
(Berechnung der aktuellen Waldbrandgefahr)

  • Ein erheblicher Teil der in Deutschland auftretenden Wald- und Flächenbrände wird durch Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit hervorgerufen (Ursachen z. B. weggeworfene Zigaretten und Lagerfreuer).
  • PKW dürfen grundsätzlich nur auf befestigten Wegen oder Plätzen abgestellt werden! Der Katalysator eines Autos erreicht bereits nach kurzer Betriebszeit mehr als 800° C; das reicht aus, um trockene Pflanzenteile wie Gras und Äste zu entzünden. Daher dürfen PKW, Krafträder und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge nicht auf trockenen Wiesen und Waldwegen abgestellt werden.
  • Reflektoren für Nachtcaches können im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich werden, wenn sie einen Brennpunkt haben. Dann reicht eventuell das Sonnenlicht aus, um ein Feuer zu entfachen. Auch Flaschen, Glasscherben, Folien und Metallteile oder sonstiger Müll können ein Feuer verursachen.
  • Rauchen und offenes Feuer (dazu zählen auch Campingkocher!) sind grundsätzlich im Wald verboten!

Einen (Wald-)brand melden:
Im Falle eines Wald- oder Flurbrandes ist sofort die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 oder eine Polizeidienststelle (Notruf 110) zu verständigen. Dabei sind möglichst die nachfolgenden Daten zu übermitteln:

  1. Genaue Angabe des Brandortes
    (Achtung: Wenn du GPS-Koordinaten angibst, melde auch das Koordinatensystem/Kartendatum!)
  2. Das Ausmaß des Brandes
  3. Art des Brandes (Erd-, Boden- bzw. Wipfelfeuer)
  4. Günstigste Zufahrt zum Brandort, evtl. einen Treffpunkt mit den Einsatzkräften vereinbaren
  5. Den derzeitigen Standort des Meldenden angeben
  6. Sind Menschen oder Sachwerte in Gefahr?
  7. Nähe von Wohnhäusern, Hochspannungsleitungen, Gastanks?
  8. Angaben zur Person
  9. Rückrufnummer

Zecken
Im Geoclub (das Thema lautet Feind Nr.1: Zecken) findet man die geballte Erfahrung mit Zecken aus mehreren Jahren (Achtung: weit über 300 Antworten…).
Rechne grundsätzlich immer mit Zecken, wenn Du durch Wald- und Wiesengebiete streifst, egal, ob die Cachebeschreibung gesondert darauf hinweist oder nicht (auch die Bedeutung des Attributs Zecken – engl. Ticks – wird im Forum diskutiert).
Im Folgenden nun die Zusammenfassung der wichtigsten der bei GC.de (und OC) genannten Aspekte.
Bilder von Zecken

Gefahr durch Zeckenbisse

  • Zecken kommen fast überall vor. Sie sitzen im Gras, im Unterholz und in Büschen und werden beim Vorbeigehen abgestreift. Gefahr besteht also beim Kontakt zu bodennahen Pflanzen (hohes Gras, Kraut, Farne, Strauchwerk). Dass sie sich von Bäumen auf ihre Opfer herabstürzen, ist ein Irrglaube.
  • Ansteckungsgefahr mit Lyme-Borreliose (im gesamten deutschen Raum!); eine durch Bakterien verursachte Erkrankung, die, wenn rechtzeitig erkannt, mit Antibiotika gut zu behandeln ist.
    Jährlich ca. 30.000 bis 40.000 infizierte Personen in Deutschland.
  • Ansteckungsgefahr mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) (vor allem Süddeutschland); Impfung möglich! Bei Befall des zentralen Nervensystems verläuft die Krankheit fast immer tödlich!
    240 infizierte Personen in Deutschland im Jahre 2002.
  • Erstmalig ist im Mai 2006 auch ein Fall von Zeckenlähmung in Deutschland aufgetreten. Diese Krankheit gab es in der Vergangenheit nur in den USA und Australien. Zeckenlähmung kann zum Tod führen, wenn die Zecke nicht entfernt wird. (GC.de)

Schutz vor Zeckenbissen

  • hohes Gras, Gebüsch und Unterholz meiden, so gut es geht
  • geschlossene und helle Kleidung, vor allem lange Hosen
  • Hosenbeine in Zeckengebieten in die Socken stecken
    (Zecken krabbeln nämlich auf der Kleidung und suchen nach freier Haut.)
  • Insektenschutzmittel mit Berührungsgiften (z.B. Autan)
  • Zu Hause die Kleidung draußen ausschütteln und sofort waschen.
    Duschen und den Körper nach Zecken absuchen, ggf. entfernen.

Zecken richtig entfernen

  • Es gibt kein „rechtzeitiges“ Entfernen! Schon direkt beim Biss kann eine Infektion (gerade in Bezug auf FSME) erfolgen. In Bezug auf eine Borreliose-Infektion wächst das Risiko i. d. R. erst mit längerer Saugzeit, daher die Zecke grundsätzlich so schnell wie möglich nach dem Entdecken entfernen.
  • Geheimtipps wie abbrennen, Öl u. Ä. richten mehr Schaden an, als sie nützen.
  • Die Zecke vorsichtig mit einer flachen Pinzette oder einer Zeckenzange fassen und mit gleichmäßigem Zug senkrecht zur Haut heraus ziehen. Am besten am Kopf der Zecke ziehen, alles rausziehen.
    Achtung: Körper der Zecke nicht quetschen, sonst gibt sie ihre Erreger erst recht ins Blut ab!!
    Einstichstelle desinfizieren. Die Einstichstelle noch 3-4 Monate beobachten.
  • Unbedingt zum Arzt gehen sollte man, wenn man sich nach dem Zeckenstich abgeschlagen fühlt, Fieber oder grippeähnliche Symptome auftreten oder man eine ringförmige Hautrötung um die Bissstelle feststellt.
  • Entfernung von Zecken | ZECKEN-SET ixodex

Irrtümer über Zecken

  • FSME kommt nur im Frühsommer vor.
  • Zeckenstiche sind nur in Süddeutschland gefährlich.
  • Rechtzeitiges Entfernen der Zecke schützt vor Infektionen.
  • Irrtümer über Zecken

Fuchsbandwurm
Infos bei GC.de und OC
Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis oder E. vogeli) ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs, sondern auch Kleinnager, Katzen und seltener Hunde und Menschen befallen kann.
Im Menschen verursachen die Echinokokkenfinnen, die sich vorwiegend in der Leber ansiedeln, schwere Organsschäden, die leider meist tödlich verlaufen.
Die Ansteckung mit der sogenannten alveolären Echinokokkose ist aber extrem selten: im Jahr 2002 gab es in Deutschland 6 Fälle. Die Inkubationszeit beim Menschen ist sehr unterschiedlich und dauert Monate bis zu 10-15 Jahren. Weil die Leber ein sehr leistungsfähiges Organ ist, werden Leberschäden oft erst zu spät bemerkt. Unbehandelte Echinokokkosen führen i. d. R. zum Tod!
Mögliche Infektionswege:

  • Kot (z.B. an Blättern, Beeren etc.)
  • Speichel (z.B. durch Belecken durch deinen Hund)
  • Essen ungewaschener, roher Früchte
  • Anfassen von infizierten Tieren, die entsprechende Ausscheidungen/Flüssigkeiten am Fell haben.

Ergo:

  • Keine ungewaschenen, rohen Früchte essen.
  • Nach dem Anfassen von Tieren gründlich Hände waschen.
  • Nach Möglichkeit darauf verzichten, sich mit schmutzigen Händen ins Gesicht zu fassen oder Nahrung anzufassen.
  • Vor dem Snack mit alkoholhaltigen Reinigungstüchern die Hände gründlich reinigen. Dies reduziert die Ansteckungsgefahr, kann sie aber nicht völlig ausschließen, da Fuchsbandwurmeier gegen Alkohol relativ resistent sind!

Sonstiges
Nach diesem Artikel bei Web.de wurde im grünen Forum über den giftigen Bärenklau geschrieben.

4 Antworten to “Naturschutz und Selbstschutz”

  1. West468 Says:

    Ich bin heute zufällig im Rahmen der Diskussion um die Fichtelwichtel-Caches (siehe hier) auf den Cache gestoßen, von dem die beiden Fotos bei OC (vorher, nachher, s. o.) stammen: Es handelt sich um Haßberge-2 von bovist.

  2. Marc Wegner Says:

    Die Zecke ist ein äußerst gefährliches Tier. Es ist nötig über diese Risiken immer genau Informiert zu sein. Ich empfehle daher die Ínformationen auf folgender Seite genau durchzulesen.

    http://www.durray.com/information/zeckenkarte.htm

    Dort findet man wichtige Informationen zum Thema Zeckenentfernung und auch zur Zeckenkarte.Bitte auch die PDF Dokumente genau ansehen.

  3. Planierraupen-Modus off please « Natur, Owner, Geocacher, Wege, Geocache, Rücksicht, Hier, Natürlich « Geocaching-Franken Says:

    […] Interessanter Bericht über Natur- und Selbstschutz auf West468s Geocaching-Weblog Tags: Naturschutz UND WAS NUN? Du kannst einen Kommentar oder einen: Trackback URL hinterlassen. […]

  4. Archandhas GeoCaching Blog Says:

    Natuurwandelpad Swalmen (GC1HKPC)…

    Am Sonntag haben wir einen Geocaching-Ausflug in das nah gelegene Schwalmtal unternommen. Unser Ziel war es, einen schönen Ausflug aber nicht zu langen mit unseren Hunden zu unternehmen. Das Wetter war ideal: nicht zu heiß aber trocken. Als Start unser…

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