Cache-Kontrolle/-Wartung: Rolle von Besitzer & Finder

Eigentlich gehören regelmäßige Cache-Kontrollen und ggf. Wartungen zu den selbstverständlichen Aufgaben eines jeden Cachebesitzers. Leider wird dieser Aspekt von vielen Geocachern häufig vernachlässigt. Die Folge sind Caches in schlechtem Zustand, die wenig Spaß machen oder womöglich nicht gefunden werden können, was für die Sucher, gerade bei längeren Anfahrten, besonders ärgerlich sein kann.
Grund genug, die Bedeutung von Cachepflege einmal genauer zu beleuchten und Tipps zusammenzustellen, wie man diese am besten umsetzen kann. Berücksichtigt werden soll dabei auch, was der Finder eines Caches tun kann.

Das Auslegen macht den meisten Spaß, können sie sich doch auf neue Logs und Meinungen zu ihrem Cache freuen und das eine oder andere Lob erwarten. Die Cachepflege hingegen ist ein eher lästiges Übel, mit der man nur den eigentlich angestrebten Zustand wiederherstellt. Insofern ist verständlich, dass manche die Wartung aufschieben. Bei gröberen Problemen an einem Cache kann man dann aber schon den Unmut von anderen Cachern auf sich ziehen, wenn man die Instandsetzung vernachlässigt. (Es soll sogar Geocacher geben, die ihre Caches überhaupt nicht warten und einfach jeden Cache, der verschwindet, sofort archivieren. :-()

Auf Probleme prompt reagieren
Deshalb sollte man sich bei Problemen entweder sofort um seinen Cache kümmern, oder, wenn das nicht möglich ist, signalisieren, dass man von dem Problem Kenntnis genommen hat. Am besten „disablet“ man einen Cache sofort, wenn er nicht mehr aufgefunden werden kann und kündigt an, dass/wann man sich des Problems annehmen wird. (Leider stehen viele Caches oft sehr lange auf „nicht verfügbar“ und werden erst nach Monaten auf Druck eines Reviewer oder gar nicht mehr wiederhergestellt. So etwas ärgert mich, das muss nicht sein!) Wenn das Problem nicht so gravierend ist und der Cache noch verfügbar ist (z. B. volles Logbuch), reicht eine Note. Bei einem längeren Cache, bei dem bis auf eine Stelle alles in Ordnung ist, bietet sich vielleicht auch eine Übergangslösung an (z. B. bei Bauarbeiten, Hochwasser, …), die man per Note bekannt gibt und später wieder löscht, wenn der normale Betrieb wieder hergestellt ist. Oder man passt solange die Cachebeschreibung an und weist deutlich auf die Änderungen hin, so dass Geocacher mit einem alten Ausdruck gewarnt sind (am besten zusätzlich mit einer Note, so dass die Leute, die den Cache auf der Watchlist haben, die Änderung mitbekommen).

Regelmäßige Cachekontrollen auch ohne gemeldete Probleme
Wann sollte man überhaupt Kontrollen durchführen, und wie oft? Dazu gibt es natürlich keine pauschale Antwort. Bei meinem ersten Cache habe ich zu Anfang etwa alle 4 Wochen mal nach dem Rechten gesehen; habe das aber irgendwann nicht mehr für notwendig gehalten. Solange ein Cache regelmäßig angegangen und gefunden wird, braucht man im Prinzip nichts weiter zu tun, als die Webseite des Caches mit seinen Log-Einträgen zu beobachten. Solange keiner ein Problem meldet, muss man die Cachelocation nicht unbedingt aufsuchen. Die Minimalisten werden sich wahrscheinlich nur dann zum Cacheort begeben, wenn wirklich Wartung nötig ist (manche tun das leider selbst dann nicht).
Es kann aber nichts schaden, trotzdem selber mal am Cache vorbei zu schauen, auch wenn keine konkreten Anlässe vorliegen. (Manchmal lässt sich das ja schnell erledigen, wenn man sowieso gerade in der Nähe ist.) Von den bisher drei Malen, bei denen bei mir ein Cache verschwunden ist (1x Nienberge-Cache, 2x Münster Hbf), habe ich es zwei mal selbst bemerkt. Leider gibt es auch suchende Geocacher, die sich anscheinend nicht trauen zu schreiben, dass sie einen Cache nicht gefunden haben. Das ist natürlich ärgerlich, wenn man daher nicht sofort mitbekommt, dass ein Cache womöglich verschwunden ist.
Beim Auslegen und bei der Auswahl der Locations und Verstecke entscheidet sich schon, wie anfällig und pflegeintensiv ein Cache ist, und dementsprechend mehr oder weniger häufig muss man eine Kontrollrunde einlegen. Trotzdem ist es legitim, erstmal zu probieren, ob sich etwas bewährt. Mit wachsender Erfahrung kann man das besser einschätzen, jedoch wird man immer wieder feststellen, dass sich manche Verstecke besser und andere schlechter als erwartet bewähren.

Cachekontrollen durch die Nichtbesitzer
Wenn ich an Geocaches vorbeikomme, die ich schon gefunden habe, schaue ich öfter mal, ob der Cache noch am angestammten Platz und in ordentlichem Zustand ist; wenn nicht, teile ich das auf der Cacheseite mit, so dass Owner und potentielle Sucher Bescheid wissen. Auf diese Art dem Owner eine Cachekontrolle abzunehmen ist meist überhaupt kein Aufwand und kann schnell und problemlos erledigt werden. Und der Besitzer weiß dann schon vorher, was er zur Reparatur zur Cachelocation mitbringen muss.
Reparaturen obliegen grundsätzlich dem Owner; Kleinigkeiten können vielleicht vom nächsten Finder behoben werden, dennoch sollte der Besitzer nicht in größerem Umfang delegieren. Es ist zwar sehr nett, wenn ein anderer Geocacher bereit ist, eine neue Dose oder ein neues Logbuch zu spendieren, aber erwarten kann und soll man das nicht als Owner! Einen Cache, in den Feuchtigkeit eingedrungen ist, so gut es geht trockenzulegen oder die verrutschte Tarnung wieder instandzusetzen, so etwas kann der Finder übernehmen.
familysearch beschäftigt sich im grünen Forum mit der Frage der Cache-Wartung durch den Finder: „Ist aber die cache-Wartung durch Finder mehr als nur eine fakultative nette Geste. Gehört sie zur geocaching-Etiquette?“ Definitves Nein. Es kann meines Erachtens nicht von Findern erwartet werden, dass sie ausbügeln, wo der Owner geschlampt hat. Wer einen Cache ausgelegt hat und sich aus welchem Grund auch immer nicht mehr persönlich darum kümmern kann, sollte in jedem Fall die Frage der Wartung unmissverständlich klären; entweder in die Beschreibung setzen, wer sich ggf. um die Wartung kümmert oder den Cache gleich zur Adoption freigeben. Falls sich dafür niemand findet: Cache archivieren.

Was gehört zu einer Cachekontrolle?

  • [ ] Ist der Cache noch da?
  • [ ] Wie ist der Zustand der Dose? (Sauber und trocken?)
  • [ ] Wie ist der Zustand des Logbuchs? (Fast voll? Feucht?)
  • [ ] Inhalt des Caches: angemessene Trading Items?
    (Unpassendes entfernen, ggf. auffüllen)
  • [ ] Sind die eingeloggten Trackables tatsächlich im Cache?
  • [ ] Sind nicht eingeloggte Trackables im Cache?
  • [ ] Ist das Versteck und die Tarnung in Ordnung?
  • [ ] Sind die Zwischenstationen alle in Ordnung?
  • [ ] Verlangen aktuelle Ereignisse Maßnahmen?
    (Baustellen / Umwelteinflüsse: Hochwasser, Sturmschäden, …)
  • [ ] Einträge des Logbuch mit den Internetlogs abgleichen
    (Tipp: Logbuch-Einträge mit der Digitalkamera knipsen)

    • Wer hat im Netz noch nicht geloggt?
    • Wer hat im Netz geloggt, ohne Logbucheintrag vor Ort?

Was man dabei haben sollte
Natürlich sieht die mitzubringende Ausrüstung anders aus als wenn man sich auf Cachesuche begibt, und sie hängt natürlich auch davon ab, welche Art von Cache man kontrolliert. Wenn man sich zur Überprüfung eines Micro-Caches begibt, kann man problemlos einen fertigen Ersatzcache in der Tasche haben. Manche haben ja sogar fertige Ersatzregulars im Auto. Ansonsten sollte man das für den Cache eingesetzte Material dabei haben, um Schäden ggf. sofort beheben zu können, ohne dass ein „Disablen“ nötig ist. Ach ja: Auch das GPS-Gerät dabei zu haben kann nicht schaden – bei meinen Nachtcache bin ich mal bei einer Kontrolle bei Tageslicht glatte 100 Meter zu weit gelaufen und habe den Cache dann mit GPS gesucht…😀

Wartung und Logtypen
An dieser Stelle noch mal ein kurzer Hinweis auf die verschiedenen Logtypen in Zusammenhang mit Wartungen bei GC (bei NC und OC benutzt man einfach Bemerkungen):

  • needs maintenance
  • temporarily disable listing
  • owner maintenace
  • enable listing

Siehe dazu auch GC: Updates und meinen ausführlichen Logtypen-Überblick.

Eine Antwort to “Cache-Kontrolle/-Wartung: Rolle von Besitzer & Finder”

  1. West468 Says:

    Interessante Frage, die Blindschleicher mit Bezug auf Wartung im Geoclub stellt: Cacheowner: Ab welcher Anzahl wird’s ungefähr stressig?

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