Geocaching-Terminologie und -Jargon

Glossare
Was „FTF“ bedeutet (‚first to find‘), wissen wohl die meisten, besonders diejenigen, die Spaß daran haben, sich als erste(r) bei einem Cache ins noch unbenutzte Logbuch einzutragen. Was aber ist ein UPS? Oder ein MOC?
Es gibt eine Reihe von Seiten im Internet, auf denen man verschiedene Geocaching-Begriffe, -Abkürzungen, -Akronyme und andere sprachliche Besonderheiten rund ums Geocaching nachlesen kann.
Ich habe hier einige zusammengetragen:

In Deutsch:

In Englisch:

Damit sollte man eigentlich die meisten sprachlich bedingten Verständnisschwierigkeiten in Bezug auf Geocaching lösen können.

Jargon
Im Folgenden kann ich es mir nicht verkneifen, selbst einige merkwürdige (?) Geocaching-Ausdrücke zu kommentieren sowie weitere Fälle zu sammeln, die man wohl eher nicht in anderen Glossaren findet.

A

  • „Abrissbirne (des Monats)“
    Ein lustiger Begriff für grobmotorisch veranlagte Geocacher, die unabsichtlich bei einem Cache etwas kaputt gemacht haben. Ist mir auch schon mal passiert, und das auch noch als Erstfinder… Zum Glück wurde der Cache dadurch nicht unbrauchbar.

B

  • „Beta-Test“
    Ein Cache wird vor seiner Veröffentlichung auf mögliche Probleme hin von anderen Geocachern überprüft. War der Test erfolgreich, können die Finder ihn nach Veröffentlichung auch als gefunden loggen. Das zählt natürlich nicht als FTF.😉
  • „Betreutes Cachen“
    Der Cachebesitzer begleitet suchende Geocacher, um ggf. helfend eingreifen zu können.
  • „Bis bald im Wald“
    Ein Ausspruch, den ich schon nicht mehr hören kann; schlimmer noch, wenn man (hauptsächlich im Ruhrgebiet) in Logs zu lesen bekommt: „Bis bald im Wald (© by erindjah)“. Auch „Bis bald im Wald“ habe ich schon als Cachergruß in E-mails gelesen. Ausgangspunkt für die Popularität dieses Spruchs war anscheinend der Log von Team erindjah bei dem Cache Die Geschichte vom Ei im März 2005.
    Ich verstehe ja, dass der Spruch wegen des Reims gut einprägsam ist und, ebenso wie „happy hunting“, als Mittel zum Ausdruck der Identifikation mit der Gruppe der Geocacher, beliebt ist. Aber wenn jeder meint, das in Logs nachplappern zu müssen, nutzt sich der Effekt schnell ab, und der Ausspruch wird meinem Empfinden nach nervig. Mal wild spekuliert: vielleicht wird der Nachsatz auch so häufig geschrieben, weil man damit zeigt, dass man das ©-Zeichen tippen kann…
    Zudem glaube ich kaum, dass das Team erindjah die ersten waren, die diesen Ausspruch im Rahmen des Geocachings geprägt haben. Ich bin relativ sicher, bei diversen couch potatoes Logeinträge mit „Bis bald im Wald“ von mindestens einem anderen Team (Landmaus?) gelesen zu haben, die aus einer Zeit stammen, als Team erindjah noch gar nicht beim Geocaching dabei war.
    Und: wenn jemand ein Copyright auf „Bis bald im Wald“ (oder eher Trademark ™) hat, dann wohl die Firma Goldsieber, die eine Art Brettspiel dieses Namens für Kinder auf den Markt gebracht hat.
    In Münster gibt es auch: „Bis gleich am Teich.“😉

C

  • „Cache(r)mobil“
    Das Fahrzeug eines Geocachers
  • „Cacherpfad“
    Man braucht nur den Spuren vorangegangener Geocacher folgen, um zu einem Cache zu gelangen.

D

  • „downtrading“
    Wenn ein Geocacher downtradet, tauscht er einen wertvolleren Gegendstand aus dem Cache gegen einen wertlosen, verschlechtert also den Inhalt des Geocaches. Das Gegenteil ist uptrading.

E

  • „Erstfinderurkunde“
    Bei manchen Geocaches gibt es für den ersten (zweiten, dritten, vierten) Finder ein besonderes Präsent, meist in Form einer Urkunde.

F

  • „Final(e)“
    Die letzte Station eines Caches mit mehreren Stationen (Multi bzw. Offset oder Mystery), also dort, wo die Cachebox zu finden ist.

G

  • „Genusscacher“
    Irgendwie finde ich den Begriff gleichermaßen amüsant wie unpassend. Ich kann es mir eigentlich nur so vorstellen, dass er als Gegenpol zu „Statistikcacher“ geschaffen wurde; mit dem sowohl die Absurdität des Punktesammelns einerseits, sowie die Bedeutung von „wertvolleren“ Motiven wie etwa dem des Naturerlebens andererseits, übertrieben dargestellt werden soll. Bei „Genuss“, da fällt mir als erstes feines Essen ein, Schokolade; angenehmer Geruch, bei dem man verzückt die Augen schließt; bewegende Musik… Natürlich kann man auch die warmen Sonnenstrahlen und den blauen Himmel auf einer Cachetour genießen. Aber ist es auch ein Genuss, eine Dose (aus einer dreckigen, nassen, übel riechenden Tüte zu ziehen und) zu öffnen? Ich sage ja nicht, dass das keinen Spaß macht. Und wir wissen ja: Der Weg ist das Ziel. Aber ist „Genuss“ wirklich der passende Begriff dafür? 8) Zumindest der Gebrauch dieses Substantivs kommt mir komisch vor…
  • „Grüne Pappmedaille“
    Nachdem sich die Unsitte mit den quasi-olympischen Gold-/Silber-/Bronze-Logeinträgen verbreitet hatte (klingt eben noch ne Ecke eindrucksvoller als Erstfinder…), wurde der undankbare vierte Platz plötzlich erstrebenswert: mit einer neuen Bezeichnung, der grünen Pappmedaille. Und mit Havrix‘ gleichnamigen TB müsste der Begriff nun auch überregionale Bekanntheit, zumindest in weiten Teilen von NRW, erlangt haben. An sich eine nette Idee, ich muss allerdings gestehen, dass ich in letzter Zeit auch bewusst versucht habe, diesen Begriff nicht überzustrapazieren.

H

  • „Happy hunting“ versus „Happy caching“
    „Happy hunting“ liest man häufig in Logs deutscher Geocacher, häufig auch als Cachergruß in E-mails verwendet; weniger bei Begegnungen in freier Wildbahn. Inspiriert wohl durch das englische „cache hunt“, das sich auch in Abkürzungen wie TFTH (oder T4TH – „thanks for the hunt“) wiederfindet. Für mich klingt der Begriff wegen der Assoziationen zur „Tiermörderfraktion“ (UlRai) ziemlich negativ. Abgesehen davon: Versteht man unter Jagd nicht, dass man hinter etwas her ist, was vor einem wegzurennen versucht…?😕 Das tun Caches, zumindest bei GC gelistete, nicht.
    Bezeichnenderweise kann ich mich nicht erinnern, von englischsprachigen Geocachern „happy hunting“ gelesen zu haben. Meistens liest man in englischer Korrespondenz „happy caching“, was ich sehr viel angemessener und passender finde. Unter deutschen Cachern scheint mir „happy caching“ hingegen bisher eher selten verwendet zu werden.
  • „Hasengrill(-stelle)“
    Deutsches Pendant zu UPS (‚Unnatural Pile of Sticks‘) – also eine Anhäufung von übereinander gelegten Stöckchen, die den Cache abdecken/tarnen soll, aber womöglich nicht nur dem geübten Cacher, sondern auch Muggels ins Auge fällt…
  • „Hint“ („additional hint“)
    Damit ist ein Hinweis gemeint, der idealerweise dem ratlosen Geocacher einen Anstoß gibt, wo er suchen soll, ohne zu viel zu verraten – sonst wäre es ein » Spoiler.

I

J

K

L

  • „loggen“
    bezeichnet sowohl den Vorgang, vor Ort etwas in das Logbuch eines Caches zu schreiben als auch einen Eintrag auf der Seite des Caches im Internet zu hinterlassen.

M

  • „Muggle“, pl. -s (dt. der ‚Muggel‘, pl. die ‚Muggels‚); auch „Geomuggle“
    Der Begriff ist natürlich angelehnt an J. K. Rowlings „Harry Potter“-Bücher; dort ist ein Muggel jemand ohne magische Fähigkeiten. Im Rahmen des Geocachings sind Muggels solche Personen, die das Spiel nicht kennen und die Geocacher in der Nähe eines Caches beim Heben/Loggen stören können, was das Versteck möglicherweise gefährdet. (In dieser Bedeutung auch in der – englischsprachigen – Wikipedia aufgeführt.)
  • „muggeln“
    Wenn ein Versteck „gemuggelt“, also mutwillig zerstört wurde, geht man davon aus, dass es sich um das Werk von Muggels handelt. Ob das immer so zutreffend ist, wenn jede einzelne Station eines Multis zerstört wird (setzt ja den Gebrauch von GPS voraus), ist die Frage…
  • „Maggi(e)“
    Bezeichnet sowohl Mag-Lite-Taschenlampen als auch GPS-Geräte des Herstellers Magellan.

N

  • „Nano-Cache“
    Extrem kleine Variante eines Micro-Caches.

O

  • „Ortstermin“
    Der Part des Geocachings, der sich im Freien, an der Cachelocation, abspielt – im Gegensatz zur Rätselei zu Hause.

P

  • „Powercaching“
    bezeichnet den Versuch, an einem Tag besonders viele Caches zu finden. Siehe auch „Statistikcacher“.

Q

  • „Quasi-Tradi“
    … nenne ich extrem kurze Multi-/Offset-Caches, die in der Regel nur eine Station vorm Finale haben. Häufig frage ich mich dann, warum so ein Cache nicht einfach als Traditional gestaltet wurde. Gilt hier: ‚Hauptsache: Multi‘? In manchen Fällen macht ein Multi wirklich keinen Sinn, z. B. wenn man bei der einen Station eine einstellige Zahl ermitteln und zu den fast bekannten Cache-Koordinaten addieren muss.

R

  • „Rudel-Cachen“
    Nicht sonderlich erklärungsbedürftig: eine größere Anzahl von Geocachern oder Teams von Geocachern tut sich zusammen, um gemeinsam auf die Suche zu gehen.

S

  • „Spoiler“
    Ein Spoiler (engl. to spoil = „verderben“) beim Geocaching ist ein Hinweis (engl. hint), der zu viel vom Versteck preisgibt und somit den Suchern den Spaß verderben kann. Auch Fotos können Spoiler sein.
  • „Statistikcacher“ (Punktecacher)
    Ein Begriff mit äußerst pejorativem Beigeschmack, ja man könnte fast sagen: Schimpfwort. Kaum etwas wird ein Geocacher in einem Forum weiter von sich weisen als ein „Statistikcacher“ zu sein, scheint mir. Das Wort impliziert dabei, dass jemand nur oder hauptsächlich der Punkte wegen Geocaching betreibt und der Statistik eine sehr (bzw. zu) große Bedeutung beimisst. Um seine Fundzahlen schnell zu pushen, macht er fast ausschließlich einfache, schnelle Caches (i. d. R. Traditionals); was für eine Dose (z. B. ob regular oder micro) verbaut wurde, ist ihm egal; aufs Tauschen legt er keinen Wert; Hauptsache möglichst viele Cache-Funde an einem Tag schaffen.
    (Meines Wissens steht der Weltrekord, an dem geoPirat beteiligt war, bei 263 Caches in 24 Stunden! – Update: 312! – Das ist wohl extremes Powercaching, wenn man im Schnitt weniger als 5 Minuten Zeit für einen Cache/Fund hat… Zum Vergleich: ich habe für diese Anzahl mehr als 1,5 Jahre gebraucht, und die Zahl meiner Dosen-Funde liegt immer noch unter diesem Wert!)
    Jeder noch so schlecht gemachte Cache ist ihm recht, solange er ihm einen Punkt bringt. Natürlich will eigentlich niemand öffentlich zugeben, dass er so cachen geht (da man ja damit eingestehen würde, etwas vom Wesen des Geocaching nicht verstanden zu haben). Im Gegenteil, es werden pathetische Begriffe wie „Genusscacher“ (s. o.) geprägt, die das Gegenteil ausdrücken sollen.
    Ich bekenne mich (einmal mehr) dazu, dass ich Spaß an Statistiken habe, in dem Sinne cache ich auch für die Statistik. Diese ist aber nicht mein Antrieb, meine Motivation, der Grund, warum ich Geocaching mache. Und ich habe es schon öfters gesagt: Was mir am wichtigsten ist, sind gute Caches; Caches, die Spaß machen. Den Aussagen „Viele Caches machen viel Spaß“ und „Es kann nie genug Caches geben“ stimme ich so nicht zu. Caches in Gegenden, wo sie einfach keinen Sinn mehr machen, weil es bereits genug andere Caches in der Umgebung gibt, die womöglich dieselben Stationen verwenden, machen mir kaum oder keinen Spaß.
    Und überhaupt: ich halte es (wie gesagt) nicht für verwerflich, wenn man auch ein wenig Statistikcacher ist. Außerdem glaube ich zum einen, dass Statistiken für die meisten Cacher wenigstens ein bisschen interessant sind, zum anderen denke ich nicht, dass es Cacher gibt, die ausschließlich um der Punkte willen auf Schatzsuche gehen.
    Mit anderen Worten: es gibt weder reine Genuss- noch reine Statistikcacher, und jeder ist mehr oder weniger beides.😉
    Umfrage dazu im Geoclub.
  • „Speedcaching“
    Dabei geht es darum, besonders schnell vom Parkplatz bis zum Logbuch zu kommen. Wem’s gefällt…

T

  • „Tag(es)cacher“
    Geocacher, die es als besondere Herausforderung betrachten, einen Nachtcache bei Tage anzugehen.
  • „Telefonjoker“
    In Anlehnung an die RTL-Quizshow „Wer wird Millionär?“ gebrauchte Bezeichnung für einen Anruf bei einem anderen Geocacher (Besitzer oder jemand, der den Cache schon gefunden hat), wenn man bei einer Cachesuche nicht weiterkommt. Manche Geocacher empfinden den Gebrauch des Telefonjokers als Mogeln.
  • „Tradi“
    Umgangssprachliche Abkürzung für einen Traditional Cache.

U

  • „UV-Cache“
    Spezielle Form von (Nacht-)Cache, bei dem statt herkömmlicher Taschenlampen Schwarzlicht zum Auffinden von Hinweisen zum Einsatz kommt.
  • „uptrading“
    Das Gegenteil von » downtrading.

V

  • „(ein Objekt, eine Gegend) vercachen“
    Einen oder mehrere Geocaches in Gebieten auslegen, wo es noch keinen Cache gibt.

W

  • „Wow-Faktor“
    Das gewisse Extra, das einen Cache zu etwas ganz Besonderem macht. Ein hoher Wow-Faktor einer Location wäre in jedem Fall ein guter Grund, dort einen Cache zu verstecken – sofern es das Gelände zulässt bzw. es nicht verboten ist, es zu betreten…
  • „Watchlist-Faktor“
    Noch ein W-Faktor: Caches mit Watchlist-Faktor haben viele Beobachter; vielleicht, weil der Cache ganz besonders toll, überregional bekannt oder historisch bedeutsam ist (Enigma #1, First Germany…) oder besonders kontrovers aufgenommen wird.

X

Y

Z

4 Antworten to “Geocaching-Terminologie und -Jargon”

  1. West468 Says:

    Eine nette Sammlung von geprägten Begriffen im Zusammenhang mit Geocaching, von denen der eine oder andere inzwischen bekannter geworden ist, findet sich im grünen Forum:
    individuelles Geocaching Wort….habt ihr auch eines?

    Sehr passend finde ich die Bezeichnungen
    – „Besserverstecker“ („besser“, als der Owner wollte),
    – „Cachetäsch“ (für die Tasche mit der Ausrüstung),
    – „DAC“ (dümmster anzunehmender Cacher),
    – „DIC“ (Drive-in Cache),
    – „Microben“ (für Micro-Caches),
    – „Schablonenlogging“ (für immer gleichlautende Logeinträge ohne jeden Informations- oder Unterhaltungswert),
    – „Schmalspurcache“ (für solche, die nach Schema X gehen),
    – „Stapelcaches“ (für viele sehr dicht liegende Caches) und
    – „Suizid-Cachen“ (einen Cache an einer gefährlichen Location suchen).😀

  2. Svotti Says:

    Ich hätte hier noch 2 Vorschläge, die ich bei unserer gestrigen Tour aufgeschnappt habe:

    – „Hints und Kunz“ (Svotti) für die Hints und Telefonjoker😀
    – „Luftschlange“ (West468) für die wirren Logbuchstreifen bei Micro-Caches😉

    Gruß, Svotti!

    [„Luftschlange“ stammt aber nicht von mir. Den Begriff habe ich aus dem Geoclub. West468]

  3. Dosenfischen - der Podcast 18 - DOSENFISCHER.de . Says:

    […] spielen. Zusammen reden wir aber unter anderem über Abkürzungen und Akronyme und Geocaching-Jargon, fragen uns, ob Geocaching süchtig macht und stellen erstaunt fest, daß es über […]

  4. Folge 94: Shopping-Queen | raidenger.de Says:

    […] Eine kleine Übersicht: https://west468.wordpress.com/2006/03/28/geocaching-terminologie-und-jargon/ […]

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