Strategien beim Suchen

Einige Gedanken dazu, warum man manchmal einen Cache nicht findet und was man dagegen tun kann

Welcher Geocacher kennt das nicht: das befriedigende Gefühl, einen anspruchsvollen Cache schnell gefunden zu haben, und umgekehrt den Frust, wenn man, von Ehrgeiz gepackt, stundenlang vergeblich sucht – oder die Erleichterung, die Suche schließlich doch noch erfolgreich zu Ende gebracht zu haben.
Natürlich hilft Erfahrung beim Suchen: Wer einmal eine bestimmte Art von Versteck gefunden hat, wird dieselbe Konstruktion bei einem anderen Cache normalerweise schneller erkennen.
Ich habe jedoch auch immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es so etwas wie Tagesform beim Geocachen gibt. An manchen Tagen gelingen einem selbst bei schwierigeren Caches die Funde nahezu mühelos, an anderen tut man sich selbst mit vermeintlich einfachen Verstecken schwer…

Was kann man tun, wenn es bei einem Cache gar nicht läuft?

Grundsätzlich gilt natürlich: Je besser man sich vorbereitet, desto weniger Probleme können vor Ort auftreten. Daher empfiehlt es sich in jedem Fall, die Cachebeschreibung schon zu Hause gründlich zu lesen, um ggf. auch die Ausrüstung anpassen zu können. (Es versteht sich von selbst, dass die Ausrüstung intakt sein sollte – was nützt einem der GPS-Empfänger oder die Taschenlampe, wenn einem auf halber Strecke der Saft in den Akkus ausgeht? Also Ersatz mitnehmen!) Manchmal findet man dabei auch mit Knobeln oder Googeln Wege, wie man Mehrstationen-Caches geschickt abkürzen kann; das ist zwar nicht unbedingt Sinn der Sache, kann aber u. U. hilfreich sein, wenn z. B. Fehler in der Beschreibung vorkommen. Das ist leider insbesondere bei neuen Caches keine Seltenheit.

Gehen wir zunächst davon aus, dass der Cache wohlbehalten an seinem Platz ist, wo er hingehört.
Nun heißt es, systematisch vorzugehen und eigene Fehlerquellen soweit wie möglich auszuschließen:

  1. Ist meine Cachebeschreibung aktuell?
    Tipp: am besten die Beschreibung erst kurz vor der Geocaching-Tour ausdrucken/speichern; ggf. alte Daten vorher prüfen. Manchmal werden Caches aus verschiedenen Gründen überarbeitet und umgestaltet.
  2. Habe ich die richtigen (Final-)Koordinaten vom Cache?
    Ggf. die Lösung/die Koordinaten überprüfen. Hinweise liefern z. B. die D- und T-Werte: Steht man im dichtesten Unterholz und bräuchte eine Machete zum Weiterkommen, und der Cache ist mit T 1,5 bewertet, dann ist man wohl falsch…
    Tipp: Wer sich von (Traditional-)Caches nur die Koordinaten aufschreibt, sollte auch den Waypoint-Namen (die GCxxxx-Nummer) notieren, um im Notfall mit dem Handy per WAP die Cachebeschreibung einsehen zu können.
    Tipp: Für Team-/Rudel-Geocacher: die Lösungen unabhängig voneinander ermitteln und abgleichen.
    Tipp: Falls man nicht so bald eine neue Chance zum Suchen hat: Lösung von einem anderen Geocacher, am besten dem Cachebesitzer, bestätigen lassen (z. B. per E-mail).
  3. Habe ich die Koordinaten korrekt in meinen GPS-Empfänger eingegeben?
    Wäre doch ärgerlich, wenn einem ein Zahlendreher die Tour vermasselt…
    Tipp: Koordinaten sofort nach der Eingabe überprüfen, lieber einmal zu viel als zu wenig.
  4. Sind Kartendatum und andere Einstellungen des Empfängers korrekt?
    Vielleicht wurde beim letzten Cache ein anderes Datum benötigt, und man hat vergessen, wieder auf das gewohnte umzustellen?
    Wenn der Empfang schlecht ist: Hat man auf der Anfahrt zum Cache den Batteriesparmodus des Empfängers benutzt und vergessen, ihn zu deaktivieren?
  5. Schlechter Empfang: „Ich glaub‘, ich steh‘ im Wald…“
    Wenn sich die gemeinte Stelle nicht eindeutig ermitteln lässt, hilft vielleicht eine Kreuzpeilung. Sofern man kein teures GPS-Gerät mit integriertem elektronischen Kompass hat, ist es immer eine gute Idee, einen geeigneten Kompass dabei zu haben.
    Tipp: nicht zu lange aufs GPS-Gerät schauen, sondern der Intuition und Erfahrung vertrauen!
    Manchmal habe ich Caches schneller gefunden, wenn mir 50 Meter vorm Ziel der Empfang in die Knie ging, als wenn ich die Stelle gesucht habe, bei der ich laut Gerät auf dem Cache hätte stehen müssen.
  6. Markante Stellen suchen
    Zunächst die Augen nach Auffälligkeiten offen halten: einem geübten Geocacher fällt zum Beispiel ein „Unnatural Pile of Sticks“ (UPS) oder ein „Unnatural Pile of Rocks“ (UPR) auf. Wenn sich selbst „Muggels“ über solche Formationen wundern und davon angezogen würden, verfehlt die „Tarnung“ ihren Zweck, ja ist sogar kontraproduktiv: der Cache ist eindeutig übertarnt.
  7. Untypische Stellen suchen
    Vielleicht wollte der Cache-Ausleger es bewusst ein wenig schwieriger machen und hat den Cache an einer Stelle installiert, an der man es nicht gleich vermuten würde. Statt Baumwurzeln abzusuchen richtet doch den Blick auch mal nach oben…
    Tipp: immer bewusst und zielgerichtet suchen; so vermeidet man, immer wieder dieselben Stellen abzusuchen (zeitraubend) und dabei womöglich den Cache zu übersehen; Suchbereich langsam erweitern bis zu einer bestimmten Grenze (abhängig von den örtlichen Gegebenheiten).
  8. Perspektivenwechsel: Wo hätte ich den Cache versteckt?
    Manchmal hilft es, so zu tun, als wenn man selber vor der Aufgabe stünde, an diesem Ort einen Cache auszulegen. Die Suche nach dem bestmöglichen, raffiniertesten Versteck fördert so vielleicht den Cache zu Tage.
    Vielleicht kennt man ja auch gewisse Vorlieben des Cacheversteckers, wenn man bereits andere seiner Caches gesucht und gefunden hat; es kann nichts schaden, sich auch einmal in seine Rolle zu versetzen.

Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem man glaubt, alles gut genug abgesucht zu haben und an dem man keine Einfälle mehr hat, wo man noch suchen könnte. Dann sollte man auch abbrechen. Ein Weitersuchen („Er muss doch irgendwo hier sein!“) macht dann wenig Sinn; die Chance ist groß, dass man von der bisherigen Suche ermüdet ist und den Cache übersieht.
Besser ist es, an einem anderen Tag ausgeruht wiederzukommen, so sind die Chancen viel besser, auch einen teuflisch gut getarnten Cache aufspüren zu können. Außerdem kann man sich noch einmal besser auf die Suche vorbereiten (z. B. Spoilerfotos anschauen/ausdrucken oder ggf. vom Cachebesitzer zumailen lassen; möglicherweise bringt einem das Lesen der Logs von anderen Geocachern neue Ideen, notfalls für einen „Telefonjoker“ sorgen…).

Wenn das alles nicht hilft, kann es durchaus sein, dass der Cache nicht mehr vor Ort ist. Das kann verschiedene Ursachen haben, z. B.:

  • er wurde entwendet (Waldarbeiter, Stadtgärtner, Zufallsfinder, spielende Kinder…),
  • Tiere haben ihn verschleppt,
  • er ist aus seinem Versteck gefallen,
  • der Owner hat gerade eine Kontrolle gemacht und den Cache zu Wartungszwecken mitgenommen oder verlegt
  • so genannte „Geopiraten“ haben ihn absichtlich woanders versteckt,

Möglicherweise wurde er auch absichtlich oder unabsichtlich zerstört; eventuell entdeckt Ihr Hinweise in der näheren Umgebung, die darauf schließen lassen.

In jedem Fall solltet Ihr einen „Did not find it“-Eintrag (DNF) schreiben, wenn Ihr an den Koordinaten des Caches nicht fündig geworden seid. (Habt Ihr bei Station 4 von 9 aus Zeitmangel abgebrochen, reicht natürlich auch eine normale Notiz.) Er liefert anderen Geocachern Hinweise, was sie erwartet und ruft den Besitzer des Caches auf den Plan zu überprüfen, ob noch alles in Ordnung ist oder ob er vielleicht nachbessern muss. (Vielleicht wurde der Cache auch von den letzten Findern zu gut versteckt/getarnt, so dass das Finden schwieriger wird als der Besitzer wollte.)
Es ist keine Schande, einen Cache nicht gefunden zu haben und sagt auch nichts darüber aus, ob Ihr gute/erfolgreiche Geocacher seid.

Und: Nichtfunde sind das Salz in der Suppe. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man Zeit für Suche und Anfahrt investiert und nicht das erhoffte Ziel erreicht hat. Aber wenn man vorher schon wüsste, dass man jeden Cache auch findet, wäre die Suche nur halb so spannend, oder?😉

Eine Antwort to “Strategien beim Suchen”

  1. West468 Says:

    Einige Tipps, wie man mit Fehlerhaften Beschreibungen und falschen Labels umgeht…

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