GC: Letterbox hybrid caches – verkappte Traditionals!

Was ist ein Letterbox-Hybrid-Cache? Berechtigte Frage!
Die Antworten, die die GC-Webseite liefert, sind verwirrend:

So heißt es auf der Cache types-Seite:

A letterbox is another form of treasure hunting using clues instead of coordinates. In some cases, however, a letterbox has coordinates, and the owner has made it a letterbox and a geocache.

Und in den Guidelines steht unter Letterbox hybrid:

Letterbox hybrids are a mixture of letterbox and geocache. They should contain a signature stamp that stays with the box, and they must conform to the guidelines for traditional caches and therefore must contain a logbook. They must be referenced by latitude and longitude, not just clues.
[Hervorhebungen von mir.]

Halten wir fest: ein Letterbox-Hybrid-Cache hat Koordinaten und muss den Regeln eines Traditional Caches entsprechen!
Ihn unterscheidet von einem Traditional Cache einzig der Stempel im Behälter, den Letterbox-Spieler benutzen können, um ihr persönliches Logbuch abzustempeln.
Warum man auf diese Art versucht, ein separates Spiel in Geocaching zu integrieren, macht für mich wenig Sinn. Geocaching ist ein Spiel mit GPS. Letterboxing ist ein Spiel mit Hinweisen, ohne GPS.

Die einzig halbwegs logische Möglichkeit (die auch einen eigenen Cachetyp mit eigenem Icon gerechtfertigt hätte) wäre gewesen, einen Geocache-Typ zu schaffen, bei dem man auf andere Art zum Ziel kommt als bei den anderen Cachetypen. Bei Traditionals findet man den Cache direkt per Koordinaten. Bei Multis und Mysterys muss man sich die Koordinaten erarbeiten, im einen Falle i. d. R. durch das Ablaufen einer Strecke und das Sammeln von Informationen, im anderen z. B. durch das Lösen eines Rätsels.
Wenn man nun die Eigenschaften von Letterbox und Geocache mischen will, so würde bei einem Hybrid-Cache eigentlich ein Geocache herauskommen, der sich mit Hilfe von Hinweisen (und ohne Koordinaten) finden lässt (was aber ausdrücklich ausgeschlossen wurde!). Der Stempel ist dabei für Geocacher uninteressant!

Genauso haben anscheinend viele Geocacher die Letterbox hybrid caches verstanden, wozu sicher die erstgenannte Formulierung beigetragen hat. Viele wurden nach diesem Muster eingestellt (bevorzugt wurden Peilaufgaben als Mittel für Hinweise benutzt) und blieben auch jahrelang so erhalten.
Kurz nach dem letzten Guidelines-Update wurde mein einziger LBHC-Fund in einen Multi umgewandelt😦 mit der Begründung, dass kein Stempel im Cache wäre. Kürzlich sah ich aber einen neu eingestellten (also zugelassenen) Letterbox-Hybrid-Cache, der mit Hinweisen arbeitete. Unsicherheit auch bei den Reviewern? Ist der Stempel jetzt das entscheidende Kriterium? Wie seltsam, dass ausgerechnet dieser für Geocacher belanglose Gegenstand eines anderen Spiels einen Geocaching-Cachetyp definiert…

Fazit: Es herrscht Verwirrung um die Letterbox hybrid caches, was mit Sicherheit dazu beiträgt, dass sie sich im Vergleich zu den anderen Typen nicht durchsetzen konnten und eigentlich nur für Icon-Sammler interessant sind.

7 Antworten to “GC: Letterbox hybrid caches – verkappte Traditionals!”

  1. West468’s Geocaching Weblog » Blog Archive » OC: Cachetypen im Vergleich zu GC Says:

    […] Für die GC-Typen “Letterbox hybrid”, “Earthcache”, “CITO Event” und “Reverse Cache” gibt es bei OC keine direkten Entsprechungen, was aber m. E. eher positiv als negativ zu bewerten ist. Ein “Earthcache” lässt sich problemlos unter “virtueller Cache”, und ein “CITO-Event” unter “Event” einordnen. “Reverse caches” (auch: “Locationless caches”) sind ohnehin ein Sonderfall und daher bald nicht mehr bei GC, sondern nur noch bei http://www.waymarking.com vertreten. Sie sind bei OC am besten in die Restklasse aufgehoben (Beispiel: Found Ernie.) Und ein “Letterbox-Hybrid” ist ja eigentlich sowieso nur ein normaler Cache (Kommentar)… […]

  2. West468’s Geocaching Weblog » Blog Archive » Meine Geocaches Says:

    […] 1A TB-Safe A1 – TMTOWTDI (Letterbox-Hybrid, Regular, D 1 T 2, plaziert: 12. Januar 2006 – GCRWAJ | N01E5C | OC153A) Auch wenn ich ja sonst nicht drauf stehe: jetzt habe auch ich mal einen Cache mit kryptischem Namen eingerichtet. “1A” steht für die tolle Munitionskiste, die mir Svotti geschenkt hat (wow, danke!); “TB-Safe”: ein sicherer Ort für Reisende, also eine Art TB-Hotel, das es bis dato in Münster und Umgebung noch nicht gab (und ich musste zwei TBs loswerden sowie zwei eigene Geocoins, die alle große Reisen vorhatten); “A1″ steht für die Autobahn, an der er liegt; und “TMTOWTDI” (gesprochen “Tim Toady”) ist die Abkürzung des Mottos “There’s more than one way to do it” der Programmiersprache PERL. Und das passt hier wie die sprichtwörtliche Faust aufs Auge. Bei der Auswahl der Location wollte ich berücksichtigen, dass sowohl Geocacher, die in Süd-Nord-Richtung, als auch solche, die in Nord-Süd-Richtung auf der Autobahn unterwegs sind, Zugang zum Cache haben können; also habe ich mehrere Möglichkeiten eingerichtet, zum Cache zum kommen. Und somit bot sich auch ein Letterbox-Hybrid als Cachetyp an. In den GC-Regeln wird ja, wie beschrieben, gefordert, dass dieser Cachetyp mit Koordinaten (und nicht nur durch Hinweise) findbar sein und den Richtlinien eines Traditional Caches entsprechen muss. Mein Cache entspricht diesen Richtlinien, bietet aber auch weitere Möglichkeiten für solche Cacher, die unter diesem Cachetyp etwas anderes verstehen als Groundspeak. Und ich habe ein Icon mehr in der Hidden-Statistik – fehlt nur noch das CITO-Event… Und noch ein paar Superlative. Der Cache ist […]

  3. West468 Says:

    Gerüchten zufolge (vgl. grünes Forum) arbeitet Groundspeak inzwischen auch an einer eigenen Seite für Letterboxen.
    Das wäre dann die dritte neben http://www.geocaching.com und http://www.waymarking.com.

    Natürlich gibt es jetzt die Befürchtung, dass weitere Cachestypen ausgelagert würden und so die Vielfalt eingeschränkt würde. Halte ich allerdings nicht für sehr wahrscheinlich.
    Sollten Letterbox-Hybrid-Caches auf http://www.geocaching.com abgeschafft werden, würde ich meinen TB-Safe zum Traditional machen und den Stempel einsammeln. Damit hätte ich angesichts der Unklarheiten in Bezug auf den Cachetyp Letterbox-Hybrid kein Problem…

    Betrachtet man die im grünen Forum angegebene Quelle (blaues Forum), wird deutlich, dass anscheinend keine gravierenden Änderungen an der GC-Seite geplant sind: Letterbox Hybrids sollen auf GC bleiben, schreibt Jeremy. Bei dem neuen Projekt geht es wohl eher um eigentliche Letterboxen. Verwiesen wird auf http://www.letterboxer.com. Diese Domain gehört Groundspeak.

  4. ° Says:

    In DE werden die Guidelines so ausgelegt, dass eine Letterbox eine Dose mit Stempel ist, die man ohne GPS und Koordinaten finden kann.

    cheers

  5. West468 Says:

    Auf der Reviewer-Seite steht davon aber nichts. Dort ist nur eine deutsche Übersetzung dessen, was in den englischsprachigen Guidelines steht. Handelt es sich um eine ungeschriebene Regel, die von allen Reviewern in DE gleich interpretiert wird?

  6. West468 Says:

    Interessant, was Cornix im Geoclub schreibt; das klingt plausibel und erklärt wohl die Entstehung der Verwirrung um die Hybrid-Caches:

    Ich denke Letterbox-Hybriden haben ihren Ursprung in der Anfangszeit des Cachens, als es noch wenige Caches weltweit gab. Man konnte eine bereits existierende Letterbox durch Posten der Koordinaten zum Geocache deklarieren und dadurch den Cache-Bestand ohne viel Aufwand erhöhen.

  7. Jürgen Bauer Says:

    Letterboxing ist keine neue Erfindung sondern eine gaaanz alte – die erste Letterbox wurde im Jahr 1854 (!!!) im Dartmoor Gebiet in England versteckt. Auf Grund der Nichtexistenz von GPS und Internet wird bei Letterboxen mit Hinweisen, Himmelsrichtungen, Schrittezählen und so weiter gearbeitet. Ursprünglich hinterlegte man an sich selbst adressierte Postkarten in die Box und der nächste Finder nahm die mit und sandte die von seiner Heimatstadt aus weg. Man hatte also Postkarten als Beweis seines Fundes, daher kommt auch der Name Letterbox! Später veränderte sich das System und der Letterboxer hatte dann ein Log-Buch dabei in das man einen meist sehr kunstvollen Stempel der gefundenen Box als Beweis machte.
    Heute kann man in seine alte Letterbox ein Logbuch legen und darf diese dann als geocache bei geocaching.com eintragen und die Box wird somit zu einem Hybrid (Koordinaten gibts eigentlich nur zum Finden des Startpunktes)! Das war hauptsächlich für existierende Letterboxen gedacht um diese nicht aussterben zu lassen – es werden aber auch noch neue zugelassen. Ein Stempel ist für einen Hybrid nicht zwingend nötig aber die Koordinaten-lose Art der Wegfindung schon!

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