Die Menge der doofen Offset-Caches… („Laufe, zähle, rechne!“)

Ich verstehe einfach nicht, was so toll an Caches ist, bei denen man irgendeine Strecke abläuft, die Anzahl der Ecken oder Latten einer Bank zählen (eigentümlicherweise kommt diese Aufgabenstellung immer wieder vor), Jahreszahlen von Schildern ablesen und dabei noch wilde Rechenaufgaben bewältigen muss!
Oder besser gesagt: ich verstehe nicht, warum diese Caches so häufig vorkommen. Ich verstehe es wirklich nicht. Vielleicht erklärt es mir eines Tages mal jemand…
Mal ehrlich, machen Euch dieses Caches wirklich (immer wieder) so großen Spaß?!

Okay, solche Caches fallen meist relativ familienfreundlich aus, weil die Kleinen mit den Aufgaben keine größeren Probleme haben sollten. Und natürlich ist es viel wartungsfreundlicher, ein Schild ablesen zu lassen als selber einen Micro zu verstecken, der geklaut oder zerstört werden könnte. Aber warum zum Kuckuck immer diese Rechnerei?!
Solange die Strecke stimmt, na gut, dann lässt sich das Zahlensuchen auch noch insofern rechtfertigen, als man damit die Koordinaten für die nächste anschauungswürdige Station finden kann. Aber deswegen muss man ja nicht unbedingt Rechenaufgaben einbauen, die leider meistens auch noch Fehler in die Beschreibung einschmuggeln.
Ist das Rechnen denn eine der zentralen Herausforderung für einen Geocacher??

So mancher Cache mit mehreren Stationen wäre besser als Traditional ausgelegt worden, weil man von den Parkplatzkoordinaten bis zum Cache auch denselben Weg ohne Zahlenspiele zurückgelegt hätte. Hier sind die Zahlensuchaufgaben nicht nur überflüssig, sie lenken auch noch vom Weg ab, den man doch genießen soll! Zum anderen werden solche Aufgaben häufig anscheinend nur eingebaut, um mehrere Stationen zu schaffen – etwas Sehenswertes findet man dabei nicht.

Was spricht denn dagegen, einen Traditional auszulegen? Ein Traditional muss doch nicht ein langweiliger Drive-in sein. Man kann damit genauso zu einer interessanten Wanderung gebracht werden wie bei einem Offset- oder Multicache.
Wenn man immer wieder dieselbe Art von Cache angeboten bekommt, manchmal auch noch in weniger interessanten Gegenden, dann wird es öde… Bei manchen Caches hat man leider das Gefühl, dass die Besitzer nicht etwa versuchen, ein wenig innovativ zu sein und eine ungewöhnliche Idee einzubringen, nein, sondern dass sie stattdessen das Schema X nachbauen wollen. Warum??

In einigen Gegenden findet man auch eine starke Häufung des Typs Mystery – ist es Sinn der Sache, dass man länger zu Hause sitzt, um die Cachekoordinaten zu erknobeln als man in der Natur braucht, den Cache zu finden? Das mag sicher in vielen Fällen reizvoll und unterhaltsam sein, und auch Rätselfreunde dürfen beim Geocachen auf ihre Kosten kommen, aber: im Zentrum unseres Hobbys/unseres Sports steht doch der Part im Freien, oder?

Mir geht es weder um spezielle Caches noch um Cachetypen im Allgemeinen. Dieser Artikel soll auch nicht missverstanden werden als Plädoyer für Traditionals (die dann womöglich lieblos in die Landschaft geworden werden).
Jeder Cachetyp hat seine Berechtigung. Aber die richtige Mischung machts! Eine einseitige Häufung eines Typs, wie sie wie beschrieben in einigen Gegenden vorkommt, ist langweilig.
Also: Sorgt für Abwechslung! Legt gute Caches! Und verzichtet darauf, Caches auszulegen, wo sich der Spaß in Grenzen hält…

Ich plädiere daher dafür, den Cachetyp sinnvoll, z. B. entsprechend der örtlichen Gegebenheiten, zu wählen; nicht danach, weil man gerade unbedingt diesen oder jenen Typ legen möchte…

In einem Forum las ich die Tage eine interessante Theorie zu verschiedenen Stufen in der Entwicklung des Geocachings:
1. Traditionals
2. Multis
3. Mysteries
4. Traditionals
Zur Zeit haben wir meines Erachtens regional unterschiedlich starke Ausprägungen von 2 und 3 – wenn viele Geocacher meine hier vorgetragene Ansicht teilen, dann ist Stufe 4 bald wohl erreicht.😉

5 Antworten to “Die Menge der doofen Offset-Caches… („Laufe, zähle, rechne!“)”

  1. kampfgurke Says:

    Sicher, manche unechte Multis sind doof. Das gilt aber auch für Traditionals und Mysteries. Das jetzt an dem Cache-Typ oder der Unterart „unechter Multi“ festmachen zu wollen ist zu kurz gesprungen. Bei vielen Multis wird versucht einen Rundweg vorzuschlagen, oder besonders atraktive Wegpunkte anzulaufen. Immer wieder konnten wir feststellen : „ohne Geocaching wären wir hier nie hingekommen“. Das macht doch den Spaß aus! Der Weg ist das Ziel. Ob nun per Rechenaufgabe oder Micro ist Geschmackssache – und darüber kann man streiten, muß man aber nicht. Wichtiger ist, daß Caches nicht einfach irgendwo „hingeworfen“ werden, sonder besonders interessante oder sehenswerte Stellen markieren. Das lässt allerdings oft zu wünschen übrig.

    Gruß von der Kampfgurke

  2. West468 Says:

    Wie man langweilige Caches spannend macht: BumBum nennt es Cache Cracking.
    Man versucht durch raffiniertes Kombinieren von Wissen und Recherche so viel Informationen wie möglich über den Cache im Vorfeld zu sammeln, so dass man die vom Owner vorgesehene Route abkürzen oder den Cache im Idealfall sogar direkt anlaufen kann.
    Ich muss zugeben, ich habe auch schon das eine oder andere Mal richtig Spaß an solchen Aktionen gehabt, auch wenn ich im Nachhinein interessehalber meist die komplette Route absolviert habe. Ich kann mich an einem Cache erinnern, bei dem mir durch Abkürzen sogar ein FTF gelungen ist, da ich einen Fehler in der Beschreibung, der den Suchern nach mir zum Verhängnis wurde, unbewusst einfach übersprungen hatte…😀

  3. svotti Says:

    Also ich denke auch, dass es Geschmackssache ist…
    Mir persönlich machen Offset-Caches auch großen Spaß, solange keine wilden Rechnungen vorkommen, bei denen man sich erst 5 Mal verrechnen muss und 10km Umweg laufen muss, damit man dann beim 6sten Mal dann endlich den gesuchten Punkt erreicht.

    Solange es kleine, leichte Rechnungen sind, suche ich auch gerne Jahreszahlen, anstatt Filmdosen in Wäldern, indenen man 0 Empfang bekommt und sich somit zu Tode sucht, um dann schließlich entnervt abzuziehen.

    Gruß, Svotti!

  4. West468 Says:

    Noch mal zur Verdeutlichung: Selbstredend kann ein Exemplar jedes Cachetyps doof oder gut sein, keine Frage. Ich schrieb ja auch, mir ginge es hier nicht um den Cachetyp (Offset, oder meinetwegen auch „unechter Multi“)!

    Was ich beklagte, ist die Einfallslosigkeit bei der Aufgabenstellung, da gerade die Art von Aufgaben, die ich unkreativ finde (Zählen, Rechnen, Ablesen), so oft kopiert, nachgemacht wird. Und das beobachtet man nun mal gerade bei den Offset-Caches.
    (Ich hätte auch beklagen können, dass es nun einen Sudoku-Mystery nach dem anderen gibt, aber das Beispiel mit den Offset-Caches halte ich für wesentlich passender.)

    Zum Glück lässt sich inzwischen konstatieren, dass in letzter Zeit verstärkt kreative Caches im Raum Münsterland gelegt werden und weniger langweilige, zumindest meinem Empfinden nach. Offenbar war der Bereich „langweilige Offsets“ einfach übersättigt…

  5. nasebaer Says:

    Ich mag Multi-Caches. Nicht wegen dem Rechen und Rätseln. Ich mag die Art, die z.B. als Stadtführung daherkommen. Hab gerade zwei in Lüneburg und einen im weltgrößen Parkfriedhof hinter mir und fand die richtig gut. Stupides durch den Wald latschen um Infos zu suchen ist dann sicher nicht so toll, da kann man auch Tradis nehmen.

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